Vulkaneifel 2022

Für den Rückweg wählen wir eine andere Strecke.

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INHALT (chronologisch): Rockeskyller Kopf / Gerolstein / Koblenz / Dreimühlenwasserfall / Arensbergvulkan / Eifel Nationalpark / Trier / Ziegenwanderung / Tierpark Daun / Cochem

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Fast ein Jahr im Voraus gebucht. Einigermaßen schnell entschlossen und ohne irgendeine Verbindung in die Region: Eifel… Wo genau ist das? Was gibt es dort? Macht das (im Oktober) überhaupt Sinn (für uns)?

Diese und viele andere Fragen stellten sich mir zunächst, aber ich nehme es vorweg: Ja, es machte Sinn!

Ein goldener Oktober! Und eine ziemlich schöne Ferienwohnung von 120 Quadratmetern plus riesigem Balkon. Ein Panorama-Wohnzimmerfenster, ein Panorama-Schlafzimmerfenster, beide mit spektakulären Sonnenuntergängen gesegnet.

1. Urlaubsmorgen

Tag 1 – DI 04.10.22 – Ankunft in Stroheich – Eine schöne FeWo im Nirgendwo

Dass ich meinen Urlaub einmal -mehr oder minder freiwillig- im vorher nie gehörten „Oberehe-Stroheich“ (ja, ernsthaft!) verbringen würde, hätte ich auch nicht geglaubt! Aber es ist noch gar nicht lange her, sagen wir ein knappes Jahr, da gab es nicht so viel Auswahl… Da war man froh, wenn man die eigene Wohnung verlassen durfte… Wusste nicht, was noch so auf einen zukommt… Eine Flugreise, selbst Monate später, erschien extrem unrealistisch, deshalb diese FeWo. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte!

09.30 Uhr.

Wir fahren auf die Autobahn – und direkt in den Stau. Ein grandioser Start! Es löst sich zwar verhältnismäßig bald auf aber nach nur einer Stunde müssen wir zwingend direkt den ersten Kaffeestopp für den sehr müden Fahrer einlegen. Danach lege ich zum Wachwerdenbleiben ein paar Ballermann-Hits für die Weiterfahrt auf – sie werden uns, als Ohrwürmer, fast den gesamten restlichen Urlaub nicht mehr in Ruhe lassen…

Ewig erträgt man Layla und Co. natürlich nicht, jedenfalls nicht stocknüchtern und im Auto, deshalb steigen wir auf den Soundtrack meiner Lieblingsserie um und beschäftigen uns ausgiebig damit, zu rätseln zu welcher Szene das jeweilige Lied gehört… Erstaunlicherweise ist Philipp fast besser als ich!

14 Uhr.

In Loogh, Rheinland-Pfalz, sind wir nun so gut wie am Ziel, doch zuvor wollen wir hier essen gehen. Goggel hatte mir ein Restaurant mit Schau-Käserei ausgespuckt und es erweist sich als Volltreffer!: Burger und Pommes für Philipp, Salat und Käsespätzle für mich, und zwar die käsigsten, leckersten, die ich je hatte! Passt zwar überhaupt nicht zu meiner veganen Phase, aber das wird sich im Urlaub nun mal des Öfteren nicht vermeiden lassen. Und das darf auch so sein.

Im Hofladen kaufen wir anschließend auch noch ein bisschen ein und dann sind es nur noch wenige Kilometer bis zu unserer Wohnung:

Sonnenaufgang vorm Balkon

4 Zimmer + Küche + Bad + Balkon. Nette Vermieterin, wohnt (und arbeitet) schräg gegenüber, führt mit ihrem Mann einen Milchbetrieb – wie wir bald begreifen dürfen: Das tun hier viele! Die Eifel scheint DAS Kuhland schlechthin in Deutschland zu sein! Man lernt nie aus…

In unserem großen Vorgarten stehen ein paar Obstbäume, wir dürfen uns jederzeit bedienen.

Nachdem wir endlich das Auto leer geräumt und etwas durchgeschnauft haben, geht es am späten Nachmittag noch einmal los. In Hillesheim, der nächsten Einkaufsmöglichkeit, besorgen wir alles, was wir für die Befüllung des Kühlschranks benötigen und DANN… köpfen wir eine schöne Flasche Rotwein und legen auf dem Balkon end-lich die Füße hoch!

Zum Durchblättern: Fotoalbum Gerolsteiner Land

Sonntagsspaziergang rund um Stroheich

Tag 2 – MI 05.10.22 – Vulkanwanderung Rockeskyller Kopf und Gerolstein

08.30 Uhr.

Warum auch immer aber ich werde ohne Wecker wach. Der Mann schläft noch. Das schreit dann ja wohl nach einem Kitsch-Frauenroman mit einer Tasse Tee im Wohnzimmer, die morgendliche Ruhe genießen. Das Wetter soll heute ja nett werden – und tatsächlich! Gegen neun Uhr reißt der Wolkenhimmel auch ein wenig auf und erlaubt der Sonne ein paar erste Strahlen durch´s Küchenfenster zu schicken.

Irgendwann regt sich ein Hüngerchen, und ich wecke Philipp, denn Kaffee kochen und Brötchen aufbacken bedarf schließlich fairer Arbeitsteilung. Es wird zwar ein spätes Frühstück aber dafür u.a. mit selbst gebackenem Granola (von zu Hause) und dem tollen Brie aus dem Hofladen gestern!

1. Urlaubsmorgen

11.30 Uhr.

Wir fahren nach Rockeskyll, einem Kaff, etwa zehn Minuten Fahrt entfernt von unserem. Aber durchaus bekannt bzw. beliebt bei Wanderern, denn es ist Ausgangspunkt für Rundwanderungen um den Rockeskyller Kopf, dem vollständigsten Vulkan Deutschlands.

Vulkanwanderung Rockeskyller Kopf

Nichts los in diesem Ort. Wir parken direkt an der Kirche und stapfen los. Und auch auf unserer 4,5km Rundtour zur „Mutter aller Eifelvulkane“ begegnet uns nur exakt eine Menschenseele (plus Hund). So haben wir die tolle Landschaft ganz für uns und genießen ausgiebig die Weitblicke über die extrem hügelige Landschaft.

Vulkanwanderung Rockeskyller Kopf

Erstaunlicherweise wirkt es größtenteils so, als sei die ganze Fläche gar nicht landwirtschaftlich genutzt… Eine Beobachtung, die wir hier fortan täglich machen werden. Irgendwann werden wir aber auch begreifen, dass das viele Gras abgemäht und zu Heu (oder Silage?) verarbeitet wird, auch wenn mir das im Oktober irgendwie spät erscheint, schließlich gibt es teilweise schon Bodenfrost, aber so macht man das hier tatsächlich. Zumindest das Abmähen… Wenn nicht gerade Schafe diesen Job übernehmen.

Vulkanwanderung Rockeskyller Kopf

Aber zurück zur Wanderung. Natürlich gibt es auch ein paar vulkanische Steinformationen inklusive Beschilderung. Zu guter Letzt durchstreifen wir auch noch ein kleines Waldstück. Alles in allem dann doch eine abwechslungsreiche Tour, für die Kürze der Strecke!

Vulkanwanderung Rockeskyller Kopf

Im Anschluss wollten wir, je nach Verfassung, entweder direkt zurück zur Wohnung fahren oder noch den Arensberg-Vulkan bei Stroheich er“wandern“, doch Philipp schlägt spontan Bummeln in Gerolstein vor. Da sagt frau doch nicht nein!

Jedoch kann ich es kurz machen: Nach einer Stunde sind wir durch. Es gibt nur eine Handvoll ansatzweise interessante Geschäfte, absolut keine vernünftigen Einkehrmöglichkeiten und optisch ist es ebenfalls ein Trauerspiel. Nicht falsch verstehen! Es gibt weitaus schlimmere Orte! Gerolstein ist nur einfach nicht attraktiv!

Bummel durch Gerolstein

Da sind wir „zu Hause“ in Stroheich dann doch besser aufgehoben: Lesen, Kartoffeln mit Gemüßesoße kochen, Serie gucken, Rummikub spielen. So bekommt man den Nachmittag und Abend auch hervorragend rum. 

Tag 3 – DO 06.10.22 – Quality Time in Koblenz –  bzw. auch: K.O. in KO

08 Uhr.

Unfreiwillig, weil schnarchbedingt, sitze ich bereits im Wohnzimmer bei Tee und Buch. Das ist nicht meine Uhrzeit, zumal im Urlaub… Philipp kommt aber irgendwann dazu und wir frühstücken. Währenddessen verwerfen wir alle großartigen Wanderpläne für heute, skizzieren grob die kommenden Tage, und beschließen extrem spontan: heute nach Koblenz zu fahren!

Die Scheibe wäre auch mal wieder dran...

Wir wissen nicht viel über Koblenz aber es reizt uns umso mehr: Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck, dort, wo Mosel und Rhein zusammenfließen. Vermutlich auch viel hübsche Altstadt. Wirkt in der Goggel- Bildersuche ansprechend. Und steht schon lange auf meiner, und seit kurzem auf Philipp´s, Deutschland-Bucket List! Worauf warten?

10.30 Uhr.

Wir rollen vom Gehöft und die nun folgende knappe Stunde Fahrt führt durch herrliche, leicht herbstlich-bunte Hügellandschaft, begleitet von einem gar nicht mal so schlechten regionalen Radiosender.

Die „Einfahrt“ nach Koblenz ist dann gesäumt von großen Bau- und sonstigen Märkten, Möbelhäusern und Fast Food-Ketten, das übliche… Aber ich bleibe optimistisch! Eine der ältesten deutschen Städte erwartet uns, die wird ja wohl was zu bieten haben!

Hier strahlt heute die Sonne unablässig!

Wir parken für 1,50€/Stunde zwar nicht gerade preiswert, aber, wie ausgesucht, am Peter-Altmeier-Ufer und damit fast direkt am Deutschen Eck!

Das Deutsche Eck ist DER Ort in der Stadt! Die künstlich aufgeschüttete Landzunge bildet einen Platz mit Denkmal und ist der Treffpunkt von Rhein und Mosel. Und an dieser Stelle MUSS ich klugscheißern: Confluentes = Zusammenfließend. Von diesem lateinischen Wort leitet sich der heutige Name der Stadt ab! Hab ich irgendwo gelesen.

In Urlaubsstimmung und beschwingt erklimmen wir die Stufen hoch zum Denkmal.

Aber hier fließen nicht nur zwei Flüsse zusammen. Hier strahlt heute auch die Sonne unablässig, sodass man sein Glück kaum fassen kann. Und so gehen auch unsere Herzen sehr weit auf weil es einfach ein absolut toller Ort und ein fantastisches Wetterchen ist. Alles erscheint passig. Das wird ein toller Tag! Ein inniger Kuss, ein Moment an der Mosel, der alles zurechtrückt!

In Urlaubsstimmung und beschwingt erklimmen wir die Stufen hoch zum Denkmal.

Jetzt sind wir also vollends in Urlaubsstimmung, beschwingt erklimmen wir die Stufen hoch zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal, wo die Aussicht auf die Flüsse noch einmal besser wird! Es ist einfach wunderbar… Es sind nicht viele Menschen hier… Ein Mann am Ufer untermalt die Kulisse musikalisch mit seinem Akkordeon… Und, wie gesagt, der Herbst zeigt sich von seiner besten Seite!

In Urlaubsstimmung und beschwingt erklimmen wir die Stufen hoch zum Denkmal.

Wir spazieren nun das Konrad-Adenauer-Ufer hinunter, so langsam muss man auch die Jacke ausziehen. Ich bereue, heute Pullover statt T-Shirt gewählt zu haben… Und: Bedauerlicherweise ist die Seilbahn, an der wir vorbei kommen, gerade gesperrt. Schnell spricht sich herum, dass royaler Besuch aus Belgien der Grund ist. Eure königliche Hoheit möchte also auch zur Festung Ehrenbreitstein hochfahren und somit ist uns das jetzt im Moment nicht vergönnt. Allerdings heißt es auch, dass der Betrieb später wieder aufgenommen wird, also haben wir vielleicht noch eine Chance!

Wir spazieren nun das Konrad-Adenauer-Ufer hinunter.

Wir schlendern erstmal weiter zum Schloss von Koblenz. Wir nähern uns von der Flussseite, durch die Kaiserin-Augusta-Anlagen, hier wird gerade Gymnastik, Yoga, Qi Gong oder ähnliches in einer Gruppe praktiziert. Ich hätte große Lust, mich dazu zu gesellen.

Schloss von Koblenz

Aber auch vom Schlossvorplatz dann… beeindruckt das Kurfürstliche Schloss uns nicht wirklich. Aber der Weg war nicht ganz umsonst, denn von hier aus gelangen wir über die Schlossstraße prima in die Altstadt und können diese somit einmal einigermaßen vollständig durchqueren. Zunächst einmal gehen wir etwas trinken, dann ein bisschen bummeln. Auch die Altstadt ist optisch kein romantischer oder malerischer Ort, wie man es vielfach lesen kann, doch gefallen tut es uns trotzdem. Es gibt einige schöne, individuelle Geschäfte, insbesondere abwechslungsreiche Gastronomie, man kann sich hier sehr gut aufhalten! Wir werfen auch noch einen Blick in die Liebfrauenkirche und dann wollen wir mal langsam wieder Richtung Seilbahn schauen!

unvergleichliche Ausblicke auf Koblenz

14 Uhr.

Ganz ohne Anstehen konnten wir Tickets kaufen und auch einsteigen. Und sitzen jetzt, mit nur einem weiteren Ehepaar, in einer Gondel. In Wirklichkeit hat diese Seilbahn deutschlandweit die höchste Beförderungskapazität mit bis zu 7600 Personen pro Stunde. Dass das auch erforderlich ist, kann ich mir mühelos vorstellen, wenn man bedenkt wie viele Flusskreuzfahrtschiffe hier manchmal gleichzeitig festmachen und entsprechend viele Fahrgäste möchten dann schätzungsweise auch hoch zur Festung, die einfach ein so wichtiger Punkt in Koblenz ist!

unvergleichliche Ausblicke auf Koblenz

Nicht nur ist die Festung Ehrenbreitstein auf der anderen Rheinseite selbst extrem sehenswert. Natürlich bietet sie auch unvergleichliche Ausblicke auf Koblenz! Und das erahnen nicht nur wir – das weiß auch ganz genau das belgische Königspaar, dem wir hier oben dann doch noch begegnen – mehr oder weniger. Es haben sich genug Schaulustige und Fotografen angesammelt und außerdem würde ich das Königspaar nicht von den dazu gehörigen Gastgebern, Bediensteten und sonstigen Beteiligten unterscheiden können…

Festung Ehrenbreitstein

Wir sind viel mehr gefesselt von der Aussicht auf das Deutsche Eck hinunter und kehren spontan im Restaurant der Festung ein, wo wir bei alkoholfreiem Bier draußen in der Sonne sitzen und auf Koblenz hinab blicken können! Kurzerhand bestellen wir uns dazu Flammkuchen bzw. Gulaschsuppe und der Tag ist spätestens jetzt perfekt! Während in unserem Rücken die Kameras klicken – das kann uns bei Weitem nicht so sehr beeindrucken wie die Aussicht vor uns!

Festung Ehrenbreitstein

Nach dem Essen besichtigen wir dann die Festungsanlage nur noch halbherzig. Wir spüren langsam unsere Waden und sind von dem feinen Fresserchen auch etwas träge geworden. Die Festung beherbergt diverse Ausstellungen, ist aber auch an sich einfach schön und weitläufig, interessant und fotogen. Man kann hier gut und gerne einen halben bis ganzen Tag verbringen, doch das sollte man morgens beginnen, ausgeschlafen und kaffeegestärkt!

Festung Ehrenbreitstein

Nice to know: Offenbar finden hier gelegentlich auch Veranstaltungen statt, Konzerte zum Beispiel, oder auch bald wieder Weihnachtsmarkt. Als Veranstaltungs-Location betrachtet, erinnert mich Ehrenbreitstein sehr an die Spandauer Zitadelle.

16 Uhr.

Wir nehmen die Seilbahn hinab ins Tal. Unser Weg führt uns nun relativ direkt zum Parkplatz, denn schließlich soll man aufhören wenn´s am Schönsten ist… Oder wenn einem klar wird, dass ja noch eine gute Stunde Fahrt vor einem liegt.

Talstation der Seilbahn

Wir sind k.o. aber die Rückfahrt lässt sich dennoch ertragen, trotz eines Missverständnisses mit dem Navi, denn die Strahlen der tiefstehenden Sonne vergolden das Autobahnpanorama.

Noch ein kurzer Einkauf fehlender Hygieneartikel, wie z.B. Spülschwämme, sowie Schweinkram Desserts und dann ab auf´s Sofa!

Zum Durchblättern: Fotoalbum Koblenz

Festung Ehrenbreitstein

Tag 4 – FR 07.10.22 – Wasserfall & Vulkan – genauer: Dreimühlenwasserfall und Arensbergvulkan

Ich hatte schnarchbedingt im Ausweichschlafzimmer genächtigt und bin heilfroh, dass Philipp schon Kaffee gekocht hat, als ich aufstehe. Es war so was von unbequem gewesen, ich habe echt schlecht geschlafen!

Mit Aufbackbrötchen, selbst geernteten Äpfeln (vor der Haustür), Müslizutaten und den Resten vom Käsehof haben wir wohl alles was es für ein fürstliches FeWo-Frühstück bedarf.

Wir „verlesen“ den Vormittag, bezahlen unsere Wohnung und machen uns erst mittags auf den Weg:

12.30 Uhr.

Parkplatz Nohner Mühle, 5km nördlich von unserem Domizil.

Naturdenkmal Dreimühlenwasserfall

Rund 15 Minuten dauert der Spazierweg von hier zum Dreimühlenwasserfall, was ihn folglich extrem beliebt macht bei Familien. Das haben wir nicht bedacht bzw. an einem Freitagmittag in der Form, wie wir es vorfinden, nicht erwartet. Es sind echt viele Besucher da!

Rund 15 Minuten dauert der Spazierweg zum Dreimühlenwasserfall

Uns gefällt es trotzdem sehr. Verständlich, dass dieser Wasserfall als Naturdenkmal und einer der interessantesten Wasserfälle der gesamten Eifel gilt! Eifel-weit habe ich zwar keine Vergleichsmöglichkeiten aber ich muss oft an Norwegen denken! Dort ist natürlich alles zehnmal größer, vermutlich würden die Norweger dem Dreimühlenwasserfall nicht mal einen Namen geben, geschweige denn einen Goggel-Eintrag widmen, aber trotzdem fallen mir die norwegischen Wasserfälle von vor vier Jahren dazu ein!

Auf jeden Fall wunderschön anzusehen (und -hören)!

Gespeist wird der Wasserfall durch den Mühlenbach, daher also die kreative Namensgebung. Beschreiben kann man ihn wohl am ehesten als einen vollständig mit Moos überzogenen Felsen, an dem das Wasser stetig hinab perlt, an manchen Stellen sanfter, an anderen stärker. Auf jeden Fall wunderschön anzusehen (und -hören)!

spektakulär goldenes Herbstwetter

Für den Rückweg wählen wir eine andere Strecke, diese dauert ein bisschen länger als der Hinweg, und erfordert zwei Über-/Durchquerungen des Mühlenbachs. Glücklicherweise gelingt uns dies, auf Steinen balancierend, trockenen Fußes. Dabei genießen wir spektakulär goldenes Herbstwetter – wieder einmal. Und das lädt wiederum dazu ein, im einzigen Café vor Ort, in der Natur, draußen in der Sonne zu sitzen und ein Käffchen zu trinken. Nur, dass es dabei nicht bleibt… Man bietet hier Waffeln samt heißer Kirschen, Eis und Sahne an! Das ausschlaggebende Argument: Gegen 50 Cent Aufpreis darf man eine Portion auch auf zwei Teller verteilen lassen, und das macht absolut Sinn, wenn man sich die Portionen anschaut! Soooo groß, soooo gut!

spektakulär goldenes Herbstwetter

Beim Bezahlen im Café am Tresen entdecke ich dann einen eingezeichneten Strich in der Tür: „Hochwasser 2021“. Daneben dann auch ein Bild des Gebäudes, auf dem man sieht wie hoch das Wasser stand und nur die Oberkanten der Bänke noch aus den Fluten rausschauen. Wow! Das war hier also alles abgesoffen! Unvorstellbar! Ich spreche die Dame beim Bezahlen darauf an. Seit 26 Jahren ist sie hier, passiert ist das letztes Jahr zum ersten Mal. Der gesamte Außenbereich war weg. Dort wo wir gesessen haben, hatte eine Sauna gestanden, die davon schwamm. Wenn man bedenkt wie harmlos dieses kleine Rinnsal von Mühlenbach heute wirkt… Ich sage ihr, wie beeindruckt ich bin, wie schön sie alles so schnell wieder aufgebaut haben, und wünsche ihr, dass das nie wieder passiert. Denn in der Tat: Der Außenbereich des Cafés ist so aufwendig dekoriert und augenscheinlich mit Herzblut gestaltet, es ist wirklich nur schwer zu glauben, dass das alles in so kurzer Zeit entstanden sein soll.

Zum Durchblättern: Fotoalbum Dreimühlen-Wasserfall

spektakulär goldenes Herbstwetter

14.20 Uhr.

Parkplatz am Arensbergvulkan, 3km westlich von unserem Domizil.

Es gibt nicht wirklich einen Wanderweg zum Arensbergvulkan, jedenfalls konnten wir keine offizielle Tour auftun. Das macht jedoch nichts, denn man kann im Prinzip von allen Seiten, allen Ortschaften drum herum, losgehen und wird ans Ziel gelangen. In unserem Fall machen wir es uns aber besonders bequem und fahren von Zilsdorf kommend so nah, wie es geht, an den Vulkan heran, der Parkplatz verdient diese Bezeichnung nicht mal wirklich, aber ca. fünf Autos finden hier vermutlich nebeneinander Platz.

Arensbergvulkan

Zuerst haben wir uns ein bisschen vergaloppiert weil die Beschilderung fehlt. Wir sind viel steil bergauf gekraxelt und immer wieder vor Stacheldraht gelandet, teilweise war er erst in letzter Sekunde sichtbar, denn die Pfosten sind vielfach schon eingestürzt. Und irgendwann kamen wir gar nicht mehr weiter. Also sind wir wieder zurück und haben den eigentlich allerersten Weg genommen, wirklich sehr nah am Parkplatz. Wir hatten uns zuvor abhalten lassen weil von der Weggabelung aus ein mutmaßliches Verbotsschild erkennbar gewesen war – aber wenn man näher rangeht, dann steht dort nur, dass man den Stollen, durch den man also in den Vulkan gelangt, auf eigene Gefahr betritt.

Arensbergvulkan

Im Vulkaninneren stellen wir fest, an einem wirklich sehr besonderen Ort angekommen zu sein. Einem besonders schönen und stillen Ort. Jedenfalls solange mein Mann nicht am Telefon lautstark mit einem Arbeitskollegen über Dinge spricht, die im Moment eigentlich unwichtig sind. Also setze ich mich ein wenig abseits und staune einfach nur in jede Richtung, denn auch wenn ich Schluchten und Canyons von vergangenen (Fern-) Reisen kenne, so etwas habe ich dann doch noch nicht erlebt:

Rundherum Felswände, man ist regelrecht eingekesselt, trotzdem ist es schön weil Natur pur, über die sich ein wunderbar sonniger Herbstnachmittag spannt. Nichts als Vogelzwitschern… (jedenfalls sobald das Telefonat beendet ist…)

Arensbergvulkan

So ein Highlight so nah an der Wohnung zu haben, erstaunt mich doch. Und dass dieses noch dazu verhältnismäßig wenig in touristischem Infomaterial auftaucht. Meines Erachtens ist dies ein mehr als lohnenswerter Stopp!

Am Nachmittag:

In der Wohnung macht jeder erst mal seins. Bei Philipp heißt das Fernsehen gucken, bei mir ist es die Nachmittagssonne auf dem Balkon, ein Buch und ein Anruf bei Mama.

Am Abend:

Freitagabend in der FeWo

Wir kochen asiatisch, spielen ein neues Gesellschaftsspiel und gucken unsere Serie während sich vor unserem Panorama-Wohnzimmerfenster der Himmel zunächst lila färbt, bevor sich dann langsam die Schwärze der Nacht herabsenkt… Wie schnell die Tage hier doch vergehen…

Tag 5 – SA 08.10.22 – Eifel Nationalpark – Tagestour rüber nach NRW

Bevor ich in die Details des Tages gehe, ist es mir dann doch mal ein Anliegen, die Eifel geografisch etwas einzuordnen, weil mir selbst das sehr schwer gefallen ist (und mitunter noch tut). Von wo bis wo erstreckt sie sich? Oder zählt man darunter gar nur den Eifel Nationalpark? Nein! Bei weitem nicht! Ich versuche es mal:

viele Fotomotive gibt es nicht

Der Eifel Nationalpark hat tatsächlich nur einen sehr geringen Anteil an der Region, die man gemeinhin als „die Eifel“ bezeichnet (und liegt in dieser nicht mal ansatzweise zentral) und die übrigens wiederum in zig Unterregionen eingeteilt ist… Letztlich kann man aber eigentlich immer von „der Eifel“ im Allgemeinen sprechen und macht nichts falsch, wenn man irgendwas zwischen…

-Aachen/Düren/Bonn im Norden (=Eifelvorland)

-der Mosel im Osten (=Moseleifel)

-dem Bitburger Gutland im Süden (=Teil der Eifeler Nord-Süd-Senke)

und

-der Grenze zu Belgien im Westen (=Westeifel)

meint!

In der Rureifel in der Westeifel

In der so genannten Eifeler Nord-West-Senke befindet sich u.a. auch das Gerolsteiner Land. Dort befindet sich auch unsere Ferienwohnung, doch lässt sich der Ort nur schwer einordnen: Gerolsteiner Land? Oberes Kylltal? Je nach Karte auch Kalkeifel!

Eine weitere nicht zu vergessende Region ist die Osteifel, die jedoch westlich der Moseleifel liegt. In der Osteifel findet man u.a. die Rheineifel und die Vulkaneifel. Letztere ist bei uns um die Ecke (hinter Daun), und zwar so sehr um die Ecke, dass diese sich auf mancher touristischen Karte auch bis zu uns nach Oberehe-Stroheich erstreckt!

Wenn man das alles nicht auf einer schönen Karte vor Augen hat (naja und selbst dann…) kann es ganz schön verwirrend sein!

Heute jedenfalls geht es in die Rureifel in der Westeifel. Alles klar?

es gibt gelegentlich informativen Kommentar vom Band

Wieder gegen halb neun wache ich auf. Der Mann hat auch heute bereits Kaffee gekocht und sogar den Toaster bereitgestellt. Damit kann ich was anfangen!

09.30 Uhr.

Es ist bedeckt aber wir lassen uns nicht abschrecken und starten Richtung Eifel Nationalpark. Ich hatte bereits zu Hause verschiedene mögliche Anlaufpunkte recherchiert, verwerfe nun aber alles spontan und lotse uns nach Einruhr, dem sogenannten „Dorf am See“, denn es befindet sich am Obersee des Flusses Rur. Unsere Fahrt dauert eine gute Stunde und wir durchqueren eine ordentliche Regenfront. Aber rechtzeitig vorm Nationalpark scheint die Sonne wieder aus allen Knopflöchern! Geht doch!

Für 6€ Tagesticket parken wir in der Nähe des Schiffsanlegers, also direkt am Rursee, und kaufen somit auch kurzerhand Schiffstickets für die 12 Uhr Tour zur Urfttalsperre. Wir hatten zwar zunächst ein bisschen wandern gehen wollen aber das können wir schließlich auch später noch. Denken wir jedenfalls…

am Obersee des Flusses Rur

Wir spazieren eine gute Dreiviertelstunde durch den „Erholungsort“, dieses Einruhr ist ziemlich klein aber dafür ziemlich touristisch. Es erinnert mich an den ein oder anderen Nationalpark-Ort in den USA: Viel Gastronomie, viele Unterkünfte, viele Parkmöglichkeiten. Warum?: Schiffe und Wanderwege en masse vor Ort.

12 Uhr.

Wir schippern ganze zwei Stunden mit der St. Nikolaus durch die Landschaft, sehen allerdings auch nichts als Wasser und Bäume, die sich glücklicherweise schon teilweise verfärben, sonst wäre es sehr grün-eintönig auf die Dauer!

Leider ist die Gastronomie katastrophal an Bord...

Das Schiff ist von 2018, also noch ziemlich neu, fährt fast lautlos und es gibt gelegentlich informativen Kommentar vom Band. Leider ist die Gastronomie katastrophal, denn es gibt tatsächlich gar nichts veganes, und die vegetarische Auswahl beschränkt sich auf Torten und Chips – nichts was ich jetzt gerade wollen würde…

Die anderen Fahrgäste langen jedoch ordentlich zu. Vor allem unsere Tischnachbarn halten meinen Puls hoch… Ein Ehepaar und die bereits betagten Eltern der Frau machen sich einen schönen Samstag auf dem Wasser.

Erstmal wird eine Runde Wurst bestellt. Er: „Senf esse ich ja sooo gerne.“ – Aha. Oder auch: „Die Wurst ist ja sooo gut.“ – Ist halt ne Wurst. 5 Minuten später hat die Wurst immer noch: „wirklich einen guten Geschmack“! – Meine Fresse, friss doch die Wurst und laber nicht! Es stinkt! Wie lange kann man an einer Wurst essen?

Er will nach der Wurst irgendwann Kaffee ausgeben. Drängt sich seinen Schwiegereltern auf. Er will unbedingt auch etwas bezahlen, er kann nicht auf sich sitzen lassen, dass man ihm schon diese grandios-fantastische Wurst samt Super-Senf ausgegeben hat. Also steht er irgendwann am Tresen und ordert Kaffee, grinst selbstgefällig zum Tisch rüber aber außer mir sieht ihn niemand (augenrollend) an. Er kommt mit Kaffee und Schnaps zurück – und mit einem Stoffschwein für seine Angetraute. Schnell stellt sich heraus, dass sie Schweine sammelt. Das sind mir die Richtigen! Schweine sammeln und Wurst futtern! Darf ich bitte kurz mal rüber kommen und euch schütteln?

Inzwischen studieren sie online die Speisekarte vom Restaurant am Schiffsanleger. Da können wir dann also nicht einkehren – schade, sah gut aus! Aber da gibt es Senfschnitzel! SENF-Schnitzel! Da führt dann ja kein Weg dran vorbei…

Ich bin echt bedient. Normalerweise treiben mich eher mal Tussis andere Frauen zur Weißglut aber dieser Typ Mann hat wirklich alles gegeben um mir auf die Nerven zu fallen! Ich versuche mich abzulenken indem ich einen Freund anrufe um ihm zum Geburtstag zu gratulieren, und ein paar Fotos mache, aber mangels Fotomotiven ist das keine optimale Möglichkeit dem Nachbartisch zu entkommen…

Zum Durchblättern: Fotoalbum Eifel Nationalpark

es gibt gelegentlich informativen Kommentar vom Band

14 Uhr.

Zurück am Anleger. Das waren, dank unserer „Begleitung“, zwei einigermaßen lange Stunden. Wir haben Hunger. Das schöne Restaurant am Anleger scheidet aus bekannten Gründen aus, also suchen wir uns etwas anderes und werden bald fündig, sogar mit großer vegetarischer Speisekarte.

Nun… Was soll ich sagen? Kurz nach unserer Bestellung piept und brummt regelmäßig die Mikrowelle. Der Salat kommt geraspelt und undefinierbar und ertränkt in einer Joghurtsoße daher. Die Zucchini-Frikadellen sind sowohl optisch als auch geschmacklich eine Zumutung. Und die echt schlechten Pommes ohne Ketchup sind noch das „Beste“ an dem ganzen Desaster!

Wenige Häuser weiter ordern wir, nach einer schnellen Flucht aus dem Restaurant, Espresso, Milchkaffee und zwei Riesen-Eisbecher zum Trost. So langsam verfliegt der Ekel und die Ungläubigkeit, und das Lachen kehrt zurück. Einen großen Anteil daran hat die musikalische Untermalung hier mit den Hits unserer Jugend. Eine gelungene Inspiration für die Rückfahrt, die wir nun antreten, denn an Wandern ist nach diesem Essen nicht mehr zu denken! So aber zerrinnt die Story mit dem missglückten Mittagessen glücklicherweise langsam zu einer Nebensächlichkeit bzw. Anekdote!

Laune aufbessern

Ich bin mal dran mit fahren und es kommt in der Tat dezentes Road Trip Feeling auf… Die bunten Bäume… Philipp gibt einen guten DJ ab… viele Kurven… Noch ein kurzer Stopp auf dem Weg (Tomaten und Kaffeepulver) und dann vergeht der Nachmittag bzw. Abend auf dem Sofa mit einem guten Buch und einem anspruchslosen Film.

Tag 6 – SO 09.10.22 – Urlaub im Urlaub – Ein fauler Sonntag in der Ferienwohnung

09.15 Uhr.

Ich werde wach und freue mich darauf, dass wir heute so gar nichts vorhaben! Wenn es nach mir geht, müsste ich mich heute nicht einmal anziehen. Doch beim Frühstück erreicht mich dann die Nachricht unserer Vermieterin, dass für uns Post vorliegt! Also ziehe ich mich doch ein bisschen an und schlurfe zu ihr rüber… Mein leiser Verdacht bestätigt sich: Das kann nur meine Mami sein! ♥

Urlaubspost BEKOMMEN ♥

Urlaubsgrüße in den Urlaub, statt aus dem Urlaub! Ich freue mich riesig darüber, wollte ich doch heute auch eine Postkarte an meine Eltern verfassen.

Auf dem Weg zu unserer Vermieterin rüber bzw. auf dem Rückweg stelle ich fest, wie schön die Luft heute draußen ist, ganz abgesehen davon, dass die Sonne wieder Vollgas gibt…

13.45 Uhr.

Aus diesem Grund unterbrechen wir unseren Sofa-Tag für einen Sonntagsspaziergang durch unseren Urlaubsort Stroheich. Ein knappes Stündchen sind wir unterwegs, es ist wirklich herrlich draußen!

Sonntagsspaziergang rund um Stroheich

Später machen wir Kartoffeln und Sauerkraut

…spielen Rummikub auf dem Balkon…

…schauen einen Film mit Will Smith und trinken Weißwein…

lesen viel…

und chillen einfach mal deluxe!!

Tag 7 – MO 10.10.22 – Montag an der Mosel – Tag in Trier

leider sind die Audio Guides gerade alle vergeben

10.15 Uhr.

Heute brechen wir ohne Frühstück auf. Wir wollen in Trier frühstücken, wo Philipp gerne einmal hin möchte. Vor unzähligen Jahren war ich schon mal auf Klassenfahrt in Trier aber was soll ich sagen…? Es gibt wirklich wenige Orte an die ich so wenige bis null Erinnerungen habe, wie an Trier.

Ob das unbedingt ein gutes Zeichen ist? Ich wage es zu bezweifeln. Aber lassen wir uns überraschen… Ca. eine Stunde später parken wir relativ zentral in einem Parkhaus und suchen erstmal einen Briefkasten für meine Postkarte aus Koblenz.

Ein Fotoparadies umgeben von 1700 Jahren Baugeschichte.

12 Uhr.

Unser Frühstück fällt etwas lunch-ig aus: In einer Art veganem Bio Bistro gibt es viele tolle Sachen, vor allem süße Teilchen, aber wir entscheiden uns für etwas Herzhaftes: Phil bekommt einen ziemlich guten belegten Bagel und ich eine… naja Möhren-Ingwer-Suppe, die von der Möhre aber auch wirklich nur die Farbe hat. Ansonsten schmeckt sie so stark nach Ingwer, das toppt jeden echten Ingwertee!

Mein Fazit: NICHT gut! Aber immerhin: Die Mitarbeiterin wünscht uns viel Spaß in Trier und verspricht uns, es sei die schönste Stadt Deutschlands! Nun gut, wir wissen ja, dass man bei derartigen Äußerungen skeptisch sein darf, schließlich leben wir offiziell ja auch im besten Deutschland aller Zeiten…

Den Tag in Trier beginnen mit einem Frühstück

Eine der Haupt-„Sehenswürdigkeiten“ von Trier sind die Kaiserthermen. Für 4 Euro pro Person erlangen wir Zutritt aber leider sind die Audio Guides gerade alle vergeben. Das erscheint mir schwer vorstellbar, denn es sind wirklich nur sehr wenige Besucher in der Anlage! Somit gestaltet sich unser Aufenthalt dort etwas langweilig. Wären hier jetzt, wie früher, 40 Grad heiße Becken, in denen man die Aussicht auf den Petri-Berg genießen oder wo einen eine feine Massage erwarten würde, dann würden wir uns sicherlich länger aufhalten!

Kaiserthermen-Areal

Aber so… ist die Bade- und Saunaanlage der alten Römer für uns irgendwie unattraktiv… Immerhin stelle ich mir die Frage ob wir hier wohl mit der Schule auch gewesen sind. So ein bisschen bekannt kommt es mir schon vor… Oder wünsche ich mir einfach nur, dass ich mich wieder an etwas erinnere?? Spannenderweise geht es einer Freundin von damals genauso, auch sie war mit auf dieser Klassenfahrt und weiß absolut nichts mehr davon… Kann sich aber, im Gegensatz zu mir, immerhin noch an die begleitenden Lehrkräfte erinnern…

Kaiserthermen-Areal

Durch den Palastgarten gelangen wir zur evangelischen Konstantin-Basilika, die uns sowohl von außen als auch innen durch ihre Größe und Schlichtheit massiv beeindruckt. Aber auch kurz darauf der Dom St. Peter ist extrem beeindruckend, für mich sogar das schönste Bauwerk von ganz Trier! Wir gelangen durch eine Art Hintertür zunächst in den Innenhof des Doms. Eine wahre Oase der Ruhe, baulich erinnert es mich sofort an das Jeronimos Kloster in Belem!

Ein Fotoparadies umgeben von 1700 Jahren Baugeschichte.

Ich bin hin und weg, war das doch damals schon unfassbar schön! Und so auch hier! Ein Fotoparadies umgeben von 1700 Jahren Baugeschichte. Natürlich werfen wir auch einen Blick in den Dom hinein, zünden eine Kerze an und verweilen ein wenig.

Wir zünden eine Kerze an und verweilen ein wenig.

Dann zieht es uns relativ zielstrebig zum Wahrzeichen der Stadt: Zur Porta Nigra. Das „besterhaltene Stadttor nördlich der Alpen“ ist, abgesehen vom Kegeln (oder Bowlen?) und dem Ausflug nach Luxemburg, meine wirklich einzige Erinnerung an die Klassenfahrt damals. Woran liegt das?

Das „Schwarze Tor“ ist nur ein Fotostopp für uns.

Auch heute ist das „Schwarze Tor“ nur ein Fotostopp für uns. Noch mal 4 Euro Eintritt zahlen wollen wir nicht. Es ist zwar nur ein kleiner Betrag aber wir werden faul.

Noch fauler werden wir nach dem anschließenden Lunch in einer Filiale einer bekannten Fisch-Schnellrestaurant-Kette… Ich möchte hier nicht unbedingt wiedergeben wie sich unser Besuch gestaltet. Jedenfalls erinnert er an das Drama gestern in Einruhr…

Domfreihof

Wir steuern dann irgendwann langsam die Mosel an. Ist es am Wasser nicht immer schön? Nunja, es ist ganz nett hier aber da man stetig parallel zur stark befahrenen Hauptstraße geht und die versprochenen Ausflugsschiffe partout nicht in Sicht kommen wollen, biegen wir irgendwann wieder Richtung City ab. Die Einkaufsmeile hält aber auch nicht was ihre Be-Werbung verspricht und deshalb werfen wir zehn (ja, zehn!) Euro in den Parkscheinautomaten und ab dafür!

Montags an der Mosel

Die Rückfahrt ist zunächst geprägt von Starkregen. Warum trifft so etwas immer mich (als Fahrer)? Das hatten wir schon damals in Florida, als ich auf dem Weg von der Westküste zurück nach Miami, rein gar nichts mehr gesehen habe außer den vier Eck-Beleuchtungen des Trucks vor mir, ohne den ich gänzlich aufgeschmissen gewesen wäre…

Auf dem Weg zurück zur Wohnung besorgen wir u.a. noch das Frühstück für die restliche Woche und dann geht es endlich Richtung Sofa!

18.30 Uhr.

Home Sweet Home.

Wir gönnen uns selbst gemachten Couscoussalat, dazu köstliches Fladenbrot und Oliven sowie anschließend unsere derzeitige Serie. Füße hoch!

Zum Durchblättern: Fotoalbum Trier

Domfreihof

Tag 8 – DI 11.10.22 – Museumstag – oder: Von Ziegen, Affen und Greifvögeln…

09 Uhr.

Heute braucht es einen Wecker. Und ein gutes Frühstück. Wir haben einen Termin.

10.15 Uhr.

Wir fahren nach Gillenfeld in der Vulkaneifel, das sind fast 30km, aber die sollen sich mehr als lohnen! Wir sind zwar fast eine halbe Stunde zu früh auf dem Vulkanhof  [!Keine Werbung!] aber man empfängt uns trotzdem schon sehr freundlich. Warum? Wir haben eine Ziege gebucht!

Unterwegs mit Ziege Pünktchen.

Der Reihe nach. Auf dem Sofa goggelt es sich immer ganz gut und so muss es irgendwie gekommen sein. Ich weiß es selbst nicht mehr. War ich auf einer Tourismus Website der Region unterwegs? Oder auf Maps? Irgendwo muss ich den Hof dann letzte Woche entdeckt haben und da dachte ich mir: Das ist es! Bis zu 3 Personen können eine Ziege „mieten“ und mit ihr spazieren gehen, im Anschluss gibt es einen Käseteller mit verschiedenen Sorten Ziegenkäse! Der Hammer! Ich liebe Ziegen und Ziegenkäse!

Unterwegs mit Ziege Pünktchen.

Ein liebes Mädel in maximal unserem Alter gibt uns eine umfangreiche und freundliche Ein- bzw. Anweisung für den Umgang mit dem Tier. So Sachen wie… keine giftigen Pflanzen oder Müll fressen lassen… die Leine niemals los lassen aber auch nicht daran ziehen… an der Hauptstraße gut aufpassen… das Anspringen durch die Ziege ggf. unterbinden… geduldig sein… sich nicht anknabbern lassen, etc. Alles Selbstverständlichkeiten aber bei den Brains, die heutzutage mitunter durch die Welt laufen, verstehe ich, dass diese „Info-Veranstaltung“ nötig ist.

Ich bin erstaunt wie groß die Ziegen sind (um die 60kg).

Los geht´s. Die Ansage: Wir suchen nicht die Ziege aus, die Ziege sucht uns aus! Die Ziege, die zuerst ans Gatter kommt, darf mit! In unserem Fall: Heidi.

Schneewittchen schlüpft zwar auch durch´s Tor, wird aber schnell wieder eingefangen und weggesperrt weil wir uns für den längsten der drei Rundwanderwege entschieden haben und den kennt sie noch nicht. Da müssen wir schon eine erprobte Ziege nehmen: Heidi wie gesagt. Doch kommen wir mit Heidi nicht sehr weit, sie reißt sich los, und mir direkt einen kleine Stelle am kleinen Finger auf. Tolle Wurst! Ich hatte noch überlegt, Reithandschuhe mitzunehmen. Heidi will zum Bock. Es ist Deckzeit. Sie meckert unentwegt. Wir müssen die Ziege tauschen, sollen aber nicht enttäuscht sein, das könne schon mal vorkommen.

Unterwegs mit Ziege Pünktchen.

Zweiter Versuch: Pünktchen.

11 Uhr.

Pünktchen stellt sich schon besser an, zögert zwar zunächst auch, aber das liegt vermutlich daran, dass auch wir etwas zögern. Nach der „Zicke“ zuvor sind wir vielleicht nicht optimistisch genug, dass Pünktchen uns nun folgen wird, was sie jedoch sehr bald tut. Da keine anderen Ziegen in Sicht sind, nimmt sie nun uns als ihre Herde an und wenn wir mit der 15m langen Leine vorgehen, folgt sie uns. Der Umgang mit der Ziege ähnelt schon sehr dem Umgang mit den Alpakas damals.

Da keine anderen Ziegen in Sicht sind, nimmt sie nun uns als ihre Herde an.

Unser Weg führt uns einmal ums Pulvermaar herum, dem tiefsten Maar der gesamten Eifel, und, obwohl ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe, sicherlich auch eines der schönsten! Ein Maar ist ein See, in der Regel trichterförmig nach unten, der bei einem Vulkanausbruch entsteht wenn heiße Magma auf Grundwasser trifft und eine entsprechende Explosion geschieht. Diese Krater füllten sich dann irgendwann mit Regenwasser und haben keinen Zu- oder Abfluss. In der Eifel gibt es so viele Maare und heute schaffen wir es endlich, eines mal zu sehen.

Unterwegs mit Ziege Pünktchen.

Wieder mal haben wir herrlichstes Herbstwetter und Pünktchen führt sich auch ganz manierlich auf. Ich bin erstaunt wie groß Ziegen sind (um die 60kg). Dabei sind das alles die Youngster, die erst dieses Frühjahr geboren sind. Nur die Jungziegen werden auf die Wanderungen geschickt, d.h. nach etwa einem Jahr ist ihr Job an den Touristen getan und sie „dürfen“ in den Milchbetrieb gehen und „die neue Generation“ geht „auf Wanderschaft“! Erstaunlich, ich hatte erwartet, dafür stellt man die Rentner ab, damit die auch noch eine Daseins-Berechtigung Aufgabe haben.

Unser Weg führt uns einmal ums Pulvermaar herum.

Wir treffen hier am Pulvermaar natürlich auch etliche andere Spaziergänger,  eigentlich alle sprechen uns irgendwie an. So eine Ziege ist noch effektiver als ein Hund! Bei Spaziergängern mit mehr als zwei Personen orientiert sich Pünktchen auch gerne mal um und denkt, dass das nun ihre Herde ist. Da braucht es dann Geduld und Spucke…

Aber insgesamt klappt es wirklich hervorragend mit ihr und wir haben jede Menge Spaß! Nach kaum mehr als anderthalb Stunden sind wir zurück am Ziegenhof. Die angekündigten zwei bis zweieinhalb Stunden haben wir also bei weitem nicht gebraucht, aber schön was es trotzdem, und allemal eine Erfahrung wert!

Zum Durchblättern: Fotoalbum Ziegenwanderung

Unterwegs mit Ziege Pünktchen.

Beim Abgeben der Ziege plaudern wir noch ein wenig mit der jungen Frau und können viele Fragen stellen, die inzwischen aufgekommen sind. Unter anderem interessiert mich, wie alt eine solche Ziege werden kann (ca. 16 Jahre aber im Milchbetrieb auch gerne mal nur neun), wie lange sie ihren Job schon macht (erst seit Juli – erstaunlich, sie macht das so perfekt) oder auch wie viel Personal es bedarf, diesen riesigen Stall so top in Schuss zu halten (tatsächlich nur zwei Teilzeitkräfte, darunter der Chef selbst).

Zurück am Ziegenhof.

Im Hofladen erhalten wir unsere Ziegenkäseproben, die wir uns mit einem grandiosen Kaffee draußen an einem Tisch in der Sonne schmecken lassen. Das war nun aber wirklich, wirklich ein Museums-Vormittag heute! Museums(vormit)tag im Sinne von John Strelecky…

Ziegenkäseproben & Kaffee

Meine Schwiegermama hatte mir irgendwann mal das Buch „The Big Five for Life“ [!Keine Werbung!] von John Strelecky geschenkt, nachdem ich auch schon „Das Café am Rande der Welt“ [!Keine Werbung!], von dem wirklich jeder schon mal gehört haben dürfte, gelesen hatte. Die Big Five for Life handeln davon, dass man das Leben als sein persönliches Museum sehen soll und, dass es mehr als Sinn macht, die einzelnen Tage mit Glück und wichtigen Momenten zu versehen, eben „Museumstagen“.

Unterwegs mit Ziege Pünktchen.

Jenen Tagen, die man am Ende des Lebens im eigenen Lebensmuseum sehen wollen würde. Angenommen du verbringst nur 2% deiner Zeit mit schönen Dingen und Menschen, dann wäre das am Ende deines Lebens auch nur ein entsprechend kleiner Anteil in dem ansonsten sehr deprimierenden, wenig sehenswerten, Museum. Es geht also darum die Lebenszeit sinnvoll zu verbringen, mit Menschen, die dir am Herzen liegen. Mit Momenten, die dein Herz bis an den Rand füllen. Mit Tagen, an denen man schöne Erinnerungen schafft. Museumstage.Den heutigen könnten wir an dieser Stelle locker beenden, denn so wie er war, war er perfekt. Dennoch fahren wir nach einem Relativ-Groß-Einkauf im Ziegen-Hofladen noch zum Wild- und Erlebnispark Daun [!Keine Werbung!].

Unterwegs mit Ziege Pünktchen.

Die Sache ist natürlich die: Man kann einen Museumstag nicht wirklich planen. Kann man nicht. Schließlich weiß man niemals was wirklich passieren wird, wie die Stimmung, das Wetter, die Umstände sein werden. Aber das Schöne ist: Stellt sich ein Museumstag dann von ganz alleine ein, dann ist er umso größer! Und so ein Tag ist heute!

14 Uhr.

Wir sitzen im Auto vor dem Wildpark und genießen erst einmal unser nun etwas angetautes Eis aus Ziegenmilch, Sorte Pistazie. Die 25 Minuten Fahrt von Gillenfeld hierher haben das wirklich steinharte Eis etwas weicher gemacht und es schmeckt einfach nur großartig, schade, dass es nur ein mini Becher für zwei Personen ist…

Bestes Dessert!

Dann kaufen wir aber die Tickets und begeben uns schnurstracks zur Affenschlucht, denn da möchte ich wirklich gerne zuerst hin. Hier kann man zu den Berberaffen ins Gehege gehen, ein Wanderweg führt durch das 6 Hektar große Areal. Noch nie habe ich ein so großes, tierfreundliches Gehege gesehen! Die Tiere können sich in Büschen und Bäumen verstecken, auch ein „Schlafwagen“ steht zur Verfügung. Aber sie verstecken sich eigentlich gar nicht. Fast eine Stunde lang beobachten wir die Tiere fasziniert und kommen ihnen sogar ziemlich nah. Sogar Affenbabys sind zu sehen, sie werden entweder von einem erwachsenen Tier gelaust oder üben zu klettern, fallen auch manchmal tollpatschig kleine Sträucher und Böschungen hinunter, fangen sich aber noch in derselben Sekunde und versuchen es immer und immer wieder. Von denen kann man noch was lernen…

Status: Stark gefährdet!

15 Uhr.

Neben der Affenschlucht befindet sich die Falknerei und ich muss zwingend die Flugshow der Greifvögel sehen! Ich konnte mit diesen Tieren nie etwas anfangen aber seit ich sie beim Ausreiten so zahlreich beobachten kann und diesen Sommer sogar ein Buch von einer jungen Falknerin gelesen habe, bin ich ziemlich fasziniert von ihnen!

Dazu erzählt der Falkner dem begeisterten Publikum eine ganze Menge über seine Vögel.

Der Falkner schlendert kurz vor der Show noch mit seiner Kaffeetasse herum während einer seiner Adler gerade Freiflug hat, es jedoch bevorzugt, nur da zu sitzen… Als es dann losgeht, muss dieser Adler wieder in die Voliere, denn für die Show sind nun andere Tiere dran. Es geht los mit zwei Eulen, später kommen noch andere Vögel dran, zuletzt natürlich auch ein Adler! Dazu erzählt der Falkner dem begeisterten Publikum eine ganze Menge über seine Vögel, dass man nur staunen kann. Humor hat er außerdem. Es ist einfach eine super Show!

Ich bin neuerdings ziemlich fasziniert von diesen Tieren.

Zum Abschluss dürfen Freiwillige für ein Foto eine kleine Schleiereule auf die Hand nehmen. Das hätte ich früher nie gemacht aber nun ist es eine gute Möglichkeit für mich, so einem gefiederten Tier einmal näher zu kommen, wenn es auch nur für einen kurzen Moment ist. Wie zerbrechlich sie wirkt…

Zum Abschluss dürfen Freiwillige für ein Foto eine kleine Schleiereule auf die Hand nehmen.

16 Uhr.

Nach dem Affenparadies und den atemberaubenden Vögeln hat sich der Eintritt von gerade mal 12,50€ pro Person bereits völlig gelohnt! Wir sind super glücklich über diesen Park bzw. Tag.

Philipp braucht jetzt erstmal einen Milchkaffee, ich eine Laugenbrezel. Der Park hat jetzt noch zwei Stunden geöffnet. Sollte also machbar sein: Die 8km lange Rundtour durch den eigentlichen Wildpark:

Jeder kommt hier auf seine Kosten!

Diesen „Safari“ Rundkurs befährt man mit dem Auto, es gibt ausgewiesene Parkplätze auf der Strecke und dort dann auch Aussichtstribünen und die Möglichkeit, Tiere zu füttern. Da uns ein bisschen die Zeit im Nacken sitzt, halten wir nicht überall an aber sehen tun wir trotzdem viel: Damwild, Esel, Wildschweine, Mufflons und mehr. Man bedenke: Nach wie vor gibt es letztlich keinen Zaun zwischen Tier und Mensch! Die Esel lassen sich sehr gerne füttern, nicht alle von ihnen sind nett…

Diesen „Safari“ Rundkurs befährt man mit dem Auto.

Die 8km ziehen sich durch schönste Waldlandschaft, die sich so sonst nur ein Wanderer erschließen könnte. Das finde ich auch sehr beeindruckend und attraktiv für Familien, weniger sportliche und ältere Menschen. Jeder kommt hier auf seine Kosten!

Zum Durchblättern: Fotoalbum Tierpark Daun

Zum Abschluss dürfen Freiwillige für ein Foto eine kleine Schleiereule auf die Hand nehmen.

Zu guter Letzt halten wir dann noch am Hauptparkplatz beim Restaurant und gehen zum begehbaren Kängurugehege, in den Ziegenauslauf und zu den Alpakas, Schafen, Schweinen, Kühen, Ponys, Meerschweinchen, Hasen und Erdmännchen. Hier gibt es auch einen außergewöhnlichen Spielplatz, zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber mit tollen Attraktionen, die ich noch in keinem Tierpark in dieser Vielfalt gesehen habe! Sogar Philipp und ich fahren für 1€ einmal Schiffsschaukel…

Also um es noch mal zu erklären und zu betonen: DAS – war ein Museumstag!

Jeder kommt hier auf seine Kosten!

Und dieser geht zu Hause würdig mit belegtem, gebackenen Blätterteig und selbst gemachtem Salat zu Ende. Wir sind unfassbar müde, wirklich so, so müde, aber es ist ein sooo gutes Müde!

Tag 9 – MI 12.10.22 – Die Wahrheit über Cochem – Oder zumindest (m)eine…

11.45 Uhr.

Wir parken direkt an der Mosel östlich des Flusses, während sich die Altstadt westlich befindet. Dies hat Gründe: Von hier haben wir schon mal ein bisschen Panorama und stehen nicht im selbigen direkt drin. Und das Parken soll hier wesentlich günstiger und vor allem zeitlich nicht beschränkt sein, wie auf der City-Seite.

Altstadtbummel

Nach dem Frühstück hatten wir ungefähr eine Stunde bis nach Cochem gebraucht und sind jetzt sehr gespannt auf das historische Städtchen. Zumindest eines stimmt schon mal: Unser Parkplatz ist mit 30Cent pro Stunde unser Park-Preis-Hit des Urlaubs! Und hätte uns damit gleichzeitig eine Warnung sein können…

Altstadtbummel

Bezaubernde Altstadt… wichtige Sehenswürdigkeiten… charmanter Ort… eine echte Perle… verträumt… unbedingt einen Besuch wert… in höchstem Maße malerisch… Was man nicht alles über Cochem lesen kann! Dazu romantisch anmutende Bilder von verwinkelten Gassen, den typischen Weinanbaugebieten an der Mosel und natürlich von der über allem majestätisch trohnenden Reichsburg.

Altstadtbummel

Das lässt einen zumindest hoffen, wenn nicht sogar erwarten, dass man hier einen Volltreffer landen wird, wenn man doch bloß in seinem Leben ein-mal nach Cochem kommt!! Doch wie das meist so ist… Werden die (zu hohen?) Erwartungen nicht erfüllt, stellt sich automatisch Enttäuschung ein. Ganz einfache Kiste. Und so ist es auch, denn Cochem flasht uns nicht. Nicht auf Anhieb und auch nicht auf den zweiten Blick…

Moselrundfahrt

Statt idyllischer Weinlokale und pittoreskem Moselbild fühle ich mich in den überlaufenen Altstadtgassen wie in Cala Millor, Touristenquatsch pur, alles scheint auf (Sauf-) Tourismus ausgerichtet! Na gut, dann saufen wir auch mal zuerst etwas auf den Schreck – aber bitte keinen Wein sondern einen richtig guten Kaffee! Direkt am Marktplatz befindet sich nämlich die Cochemer Kaffeerösterei [!Keine Werbung!], die kommt mir gerade recht!

Altstadtbummel

Die Stadt ist wirklich übervoll, dabei liegen derzeit nur zwei Flusskreuzfahrtschiffe hier, das sollte sich doch etwas besser verteilen… Später werden wir jedoch noch sehen, dass die Leute auch von Busreiseunternehmen angekarrt werden! – Natürlich… Wurde ihnen allen doch etwas versprochen: zauberhaftes Städtchen… Highlight der Region… Idylle pur… blumengeschmückte Cafés… mittelalterliche Atmosphäre… Wir sind ja selbst drauf rein gefallen.

Altstadtbummel

Natürlich kann auch ich nicht leugnen, dass die Reichsburg dort oben ein extrem beeindruckendes Bild abgibt. Viel mehr ist es dann aber auch nicht. Und da wir heute halt nicht hoch wollen zur Burg, verpassen wir möglicherweise das Schönste an Cochem!?

Cochem flasht uns nicht.

Trotz des langsam schöner werdenden Wetters dominieren die Tatsachen, dass das Städtchen komplett überrannt wird und unfassbar touristisch ist. Kein einziges Restaurant wirkt auf mich anziehend, alles sieht nach Massenabfertigung aus. Fairerweise muss man dennoch auch sagen, dass über all dem vielleicht auf noch die Wolken unseres morgendlichen Disputs schweben. So wie die Wolken über Cochem selbst nur schwerlich und langsam von der Sonne verdrängt werden, braucht es auch Zeit bis sich unsere Launen etwas heben. Da ist das Bild, das sich uns zunächst bietet nicht gerade förderlich.

Schlendern über die Skagerak-Brücke...

Wir reißen uns am Riemen und geben der Sache hier eine Chance:

12.50 Uhr.

Wir kaufen Tickets für eine Moselrundfahrt, dummerweise nicht für das 13 Uhr-Schiff sondern die 13.30 Uhr-Abfahrt. Das bedeutet sinnloses herum schlendern und warten… Als es endlich losgeht, machen wir es uns direkt oben an Deck bequem, die Sonne kommt immer mehr durch, wir bestellen etwas zu trinken und beschließen, dass das jetzt gut wird.

Moselrundfahrt

Zwar sind wir am Wochenende erst in Einruhr Schiff gefahren aber mangels Alternativen bzw. weil Philipp, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit dem Bimmelbähnchen fahren möchte, schippern wir jetzt noch mal eine Stunde auf dem Wasser herum. Wieder kommt Kommentar vom Band, leider nur selten. In unseren Rücken zwei gackernde Osteuropäerinnen, die gerade ihre schätzungsweise 95. Weinschorle für heute trinken und ihren Hund auf dem Tisch Platz nehmen lassen. Genau das richtige für mich! Nächstenliebe bzw. Rücksichtnahme ist ihnen offenbar ein Fremdwort.

Moselrundfahrt

Glücklicherweise werden sie mit der Zeit ruhiger bzw. verschwinden an einen anderen Platz, doch mir wird zunehmend kalt, also gehen wir nach der Hälfte der Fahrt rein um etwas wärmer zu sitzen. Die Aussicht ist hier etwas schlechter und leider hört man hier die Ansagen vom Band nicht mehr, das liegt vor allem aber an unserem Ticketkontrolleur, der während der Rundfahrt offenbar absolut keine Aufgabe hat und uns mit dem Telefonat, das er gerade lautstark führt, belästigt:

Moselrundfahrt

Außer uns sind keine weiteren Gäste im Innenbereich, also lässt er sich nicht von uns stören und zieht seinen Video Call bis zum Anlegen gnadenlos durch. Das Gespräch ist äußerst anzüglich und ich möchte die Details nicht wiedergeben müssen. Beide sprechen stark gebrochenes Englisch. Scheinbar auch hier eine Osteuropäerin, um die es geht. Nach unangebrachten Details und unzähligen Liebesbeteuerungen wird es etwas sachlicher und er erläutert von A-Z die Lebenshaltungskosten in Deutschland, für die er natürlich vollständig aufkommen wird.

Noch jeweils ca. zwanzigmal „Baby I love you“, „ Baby I miss you“ und „Baby I want to kiss you“ von beiden Seiten und dann haben wir es endlich geschafft!

Völlig unangebracht und komplett daneben. Wir haben die Schnauze voll!!!

15 Uhr.

Führung in der Cochemer Senfmühle [!Keine Werbung!]. Für 2.50 Euro kann man das mal machen, dauert allerdings auch nur eine halbe Stunde. Diese wiederum reicht auch, denn man ist schon ordentlich den scharfen Dämpfen ausgesetzt und bekommt zunehmend tränende Augen.

Führung in der Cochemer Senfmühle [!Keine Werbung!].

Der Typ, der uns alles erklärt oder dies zumindest versucht, ist nicht so auf meiner Welle, kann auch nicht wirklich gelungen vortragen und der Raum ist zudem viel zu klein für die Anzahl der Menschen, die man hier für seinen Vortrag eingepfercht hat. Die Erläuterungen wie die anschließenden Kostproben reichen jedenfalls nicht aus, um mich ausreichend zu überzeugen, viel bzw. überhaupt Geld im Shop auszugeben. Für Philipp eine Wurst mit Senf und dann ab dafür.

Schlendern über die Skagerak-Brücke...

Wir schlendern über die Skagerak-Brücke mit ihrem verblühten Blumendekor zurück zu unserem Auto und verlassen Cochem ohne zurück zu blicken.

Ich bin sicher, dass es hier vor dreißig Jahren, als ich schon einmal hier gewesen sein soll (in der Kinderkarre), noch nicht so überlaufen und mallorcamäßig  gewesen ist. Aber heute ist es das leider.

Zum Durchblättern: Fotoalbum Cochem

Schlendern über die Skagerak-Brücke...

Am Abend:

Auf dem Rückweg halten wir noch einmal an und besorgen uns Nudeln und Gemüse. Und nach dem Essen heißt es lesen und scrabblen.

Tag 10 – DO 13.10.22 – Faulenzen für Fortgeschrittene

Heute geschieht rein gar nichts. Was nicht ganz stimmt. Denn wir fahren ausgiebig frühstücken weil wir unsere Vorräte aufgebraucht haben, was auch so sein soll, angesichts der Tatsache, dass wir morgen abreisen.

Abschlussfrühstück mit Rotkäppchenkorb

Aber ansonsten legen wir heute die Haxen hoch. Zwischendurch werden die Koffer bzw. Taschen gepackt. Die Haare gewaschen. Und das war´s. So inhaltslos sind mancher Leute Urlaubstage immer. Bei uns sind das nur vereinzelte Tage, aber dafür genießen wir sie umso mehr.

Wir waren in diesem Urlaub viel auf Achse, auch wenn wir sehr viel weniger wandern gegangen sind als geplant. Irgendwie dachten wir, das wird genauso ein Wanderurlaub wie in der Pfalz vor fünf Monaten. Doch die vielfältigen Alternativen kamen uns gerade recht.

Niemals hätte ich vermutet, dass die Region, so unübersichtlich sie auch eingeteilt ist in ihre verschiedenen Eifel-Unterregionen, so abwechslungsreich ist. Wer fährt denn bitte schon in die Eifel? Natürlich kennt man vereinzelte Personen, die mal eine Weinkellerei an der Mosel ausprobiert oder sich die Kombi Trier/Luxemburg angetan haben. Aber abgesehen davon wüsste ich nicht, dass alle Welt „nache Eifel hinfährt“. (Cochem lassen wir mal außen vor… Das wissen wir ja schon, dass da augenscheinlich jeder hinfährt…)

Und das ist durchaus schade! Denn man kann hier seinen Urlaub auch abseits von feinen Sandstränden und atemberaubenden Berggipfeln verbringen – ohne etwas zu vermissen!!

Tag 11 – FR 14.10.22 – Outlet-Shopping und Heimreise

Gegen 10.30 Uhr ist die Kutsche bepackt; werden von der Frau noch ein paar Äpfel für zu Hause geerntet; bringt der Mann das Altglas zum Container die Straße runter.

Auf dem Rückweg in die Heimat wollen wir unbedingt einen Zwischenstopp einlegen, relativ egal wo, nur sehenswert bzw. sinnvoll soll er sein. Zehn Tage lang war klar, dass es -unbegründet- Bonn werden würde und nichts darüber zu diskutieren gibt. Gestern jedoch waren wir uns da beide plötzlich nicht mehr so sicher weil wir schon Gerolstein, Trier und Cochem nicht so viel abgewinnen konnten, und über Bonn, bei aller Liebe, auch nichts finden konnten, das uns wirklich, wirklich hinzog.

Ich warf ein paar hessische Städtchen in den Raum, schließlich könnte man zurück ja auch eine andere Strecke als durch den Pott wählen. Dies fand jedoch keinen Anklang… Hoch im Kurs stand dann, zumindest bei mir, eine Fahrt mit der Schwebebahn in Wuppertal, bis ich jedoch auf das gerade mal 45 Minuten entfernte City Outlet Bad Münstereifel [!Keine Werbung!] stieß!

Heimreise über Bad Münstereifel

Abgemacht! Und so kommt es, dass wir heute einen halben Shoppingtag vor der langen Rückfahrt einlegen, der sich jedoch auch wirklich lohnt. Und da wir ohne Frühstück aufgebrochen waren, kehren wir auch gleich noch bei einem guten Italiener ein!

Welchen besseren Abschluss kann man sich für diesen ausgesprochen schönen Urlaub wünschen??

zwischen Nohn und Stroheich