Unser Urlaub in Radolfzell am Bodensee 13.-19. Mai 2022
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INHALT (chronologisch und abgesehen von Radolfzell):
Stein am Rhein (CH) / Zürich (CH) / Rheinfall Schaffhausen (CH)
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Freitag, 13.05.2022 – Ankunft am Bodensee
16 Uhr. Radolfzell. Nach einer mehrstündigen Anreise von Dahn über Karlsruhe ist unser erster Stopp in Radolfzell am Bodensee: eine Waschanlage! Unser schwarzes Auto ist von der Pfalz gewaltig gelb-grün, Pollen und Co. lassen grüßen! Und so wollen wir nicht am Hotel vorfahren!
Das K99 [!!keine Werbung!!] ist erst sechs Jahre alt, wirkt aber eigentlich sogar noch neuer, vielleicht weil es in den zwei Coronajahren nicht oder nur kaum genutzt werden konnte. Alles sauber und modern, gefällt uns sehr gut und wir sind froh, dass wir uns dafür entschieden haben als wir Anfang März ein Hotel „irgendwo am Bodensee“ suchten…
18 Uhr. Frisch geduscht gönnen wir uns eine Einkehr an der Hotelbar. Das ist zwar erfahrungsgemäß etwas teurer aber wir haben weder Zeit noch Lust, jetzt noch mal mit Bus oder Auto ins Zentrum zu fahren um irgendwo „drei Mark fuffzich“ zu sparen.
Und diese Entscheidung erweist sich auch als goldrichtig: Wir sitzen sehr gemütlich und sonnig im Hotelgarten (versuchen die angrenzende Hauptstraße zu ignorieren) und laben uns an Gin Tonic, Weißweinschorle, einer guten Käseplatte, Leberkäse mit Kartoffelsalat und köstlichem Kichererbseneintopf. Kleine Portionen aber zusammen genommen völlig sättigend. Für Bier bzw. Espresso ist auch noch Luft, aber dann begeben wir uns auf den Fußweg zum Milchwerk [!!keine Werbung!!], eine Veranstaltungsstätte in Radolfzell.
20 Uhr. Gregor Meyle live und unplugged. Erst seit gestern wissen wir, dass wir heute Abend hier sein werden, und das völlig unverhofft! Ein richtig schönes Konzert, zweieinhalb Stunden, ein neuer Künstler auf meiner persönlichen Hitlist. Sehr schön! Und eine halbe Stunde dauert auch der Rückweg zu Fuß zum Hotel – den ganzen Tag zusammen genommen haben wir heute dann doch auch 13km in den Fußsohlen, das finde ich ein gutes Ergebnis für einen -eigentlich- Autofahrtag!
Samstag, 14.05.2022 – Ein Tag zum Schulterzucken…
08.30 Uhr. Wir haben einigermaßen gut geschlafen und genießen gerade das erste Hotelfrühstück seit fast einem Jahr! In der 8. Etage unseres Hotels hat man einen weiten Blick über Radolfzell in so ziemlich alle Richtungen, sogar bis zum Zeller See, Teil des Untersees, an dem wir uns hier befinden und der wiederum Teil des eigentlichen Bodensees ist.
10.20 Uhr. Ich möchte nicht näher darauf eingehen. Wir machen eine unschöne, schockierende Entdeckung auf unserem Zimmer. Ein Gespräch mit dem Hotelchef bringt keinen Lösungsansatz mit sich. Die Stimmung ist im Keller.
In der Folgezeit, also über Mittag, müssen wir daher Maßnahmen ergreifen, was uns in Summe locker einen halben (Urlaubs-) Tag kostet und definitiv keinen Spaß macht! Eigentlich hatten wir diese Zeit auf der Mettnau-Halbinsel von Radolfzell verbringen wollen…
Nun haben wir nur noch gerade so Lust und Laune für einen kurzen Schlendergang über den Flohmarkt auf dem Messeplatz und durch die Altstadt. Obendrein ist es superheiß und wir sind irgendwie etwas entkräftet heute!
An der Uferpromenade, wo sich auch der Bahnhof von Radolfzell befindet, gehen wir über den Kräutermarkt, der (nur) heute stattfindet und landen letztendlich mit Käsespätzle und Bier vom Food Truck im Schatten unter einem Baum. Diese kulinarischen Köstlichkeiten sind durchaus ein Seelentröster und Energiespender, sodass wir anschließend noch den Mut fassen, etwas am See entlang zu promenieren.
Doch sehr bald beschließen wir, das ziellose Unterwegs sein in der knalligen Sonne zu beenden. Kurz: Wir ziehen die Dusche und das schattige Zimmer dem See und dem Sommerwetter vor.
18.40 Uhr. Wir bekommen Besuch. Zimmerbesichtigung, wie heute Mittag besprochen.
Unser Weg führt uns später am heutigen Abend doch noch auf die Mettnau: Der größte Teil der Halbinsel steht unter Naturschutz aber es gibt auch etliche Reha-Einrichtungen und ein Strandbad. Unser Ziel ist der 18 Meter hohe Mettnauturm mitten im Naturschutzgebiet. Das war uns ja heute (Vor-) Mittag nicht vergönnt…
Sehr weit komme ich mit meiner Höhenangst jedoch nicht. Ich bin immer „gerne“ bereit, sie zu bezwingen, wenn es irgendwie geht… aber bei diesem hölzernen Konstrukt sind meine Grenzen schnell erreicht! Der Turm wackelt, knarzt, wirkt morsch und manche Stufen müssten definitiv erneuert werden. Kurz gesagt: Das Teil fällt bald auseinander! Außerdem ist die Treppe wirklich beengt und Gegenverkehr nur sehr schwer durchzulassen.
Wenige Meter weiter finden wir aber eine traumhaft schöne Uferstelle am Markelfinger Winkel, einer Bucht des Untersees, mit Blick Richtung Markelfingen. Hier sind keine anderen Menschen – herrlich! Dafür aber umso mehr Mücken, die Philipp zerfressen und der Grund sind warum wir bald verschwinden… Das seichte Wasser plätschert wundervoll angenehm um meine Füße und es erinnert stark an so manche romantische Bucht in Florida! Gerne würde ich länger verweile aber für Phil ist es unerträglich!
Für den Strandkorb-Abend auf unserer Terrasse besorgen wir uns noch ein paar gekühlte Apfelwein-Mixgetränke und dann hoffen wir, dass die kommenden Tage störungsfreier verlaufen, als der heutige!
Sonntag, 15.05.2022 – Am Tag des RADes RADeln wir durch RADolfzell… und nach STEIN AM RHEIN!
Auch heute wieder ein ausgezeichnetes Frühstück auf der sonnigen Terrasse mit (weit entferntem) Seeblick. Es gibt Kaffee, Smoothies, Obst, Müsli, Brötchen, Laugenstangen, Weißwurst etc. Wir wollen gut gestärkt sein für unser heutiges Vorhaben! Wir lassen uns Zeit… Das streichelt der Seele!
Unser Urlaub hält ein buntes Potpourri an Aktivitäten bereit!: Wir hatten vorab über´s Hotel für heute Fahrräder reserviert und diese wollen wir ausgiebig nutzen! Ich hatte mir ein E-Bike gebucht gehabt und Philipp ein normales.
10.30 Uhr. Diese nehmen wir jetzt in Empfang und radeln runter zum See. Gleich am Bahnhof ist der Schiffsanleger. Wir wollen rüber in die Schweiz:
Ich finde wir haben einen unbeschreiblich tollen, fast perfekten, Fahrradtag verbracht und die Kilometer auch bravourös gemeistert. Klar, die Tour auf Fehmarn, damals, die war fast doppelt so lang aber es muss ja nicht immer so super weit sein. Landschaftlich jedenfalls war das heute einmalig und genau richtig!
So bleibt uns noch Zeit, an der Hotelbar Sandwiches, Bier und Gin zu genießen, wieder schön draußen auf der Terrasse. Und für unsere Terrasse nehmen wir natürlich auch noch Kaltgetränke mit hoch und genießen diese Sundowner ganz gemütlich im Strandkorb.
Montag, 16.05.2022 – Ein Tag in Zürich: Viel Wasser, wenig Wow
Heute stehen wir mal ein Stündchen früher auf, denn wir wollen von Radolfzell aus nach Zürich. Mit dem Auto wären es rund 90km aber wir fahren natürlich mit der Bahn. So brauchen wir uns nicht mit Themen wie Maut und Vignette beschäftigen und außerdem sind die Verbindungen ab Singen Hohentwiel ganz gut.
Zunächst laben wir uns natürlich noch an der Buffetlandschaft in unserem Hotel und genießen, wie jeden Morgen, den Blick über Radolfzell. Nach dem üppigen Mahl und der Ausgiebigkeit mit der wir dem Frühstück gefrönt haben, wird es dann auch langsam etwas knapp mit der Zeit: Fertig machen, Rucksack packen, wichtige Telefonate führen und so weiter, das wird knapp!
Bis nach Singen fahren wir 15 Minuten mit dem Auto, wir erreichen den Bahnhofsparkplatz um 10.18 Uhr, der IC soll um 10.32 Uhr fahren. Da Automat und App aber für die Tonne sind, stellen wir uns in die lange Schlange am DB Schalter, der heute, auf einem Montagmorgen, (un)sinnigerweise nur mit einer einzelnen Dame besetzt ist. Mein Puls steigt.
Als wir endlich an dritter Position stehen und der Kunde am Schalter sein Reiseziel mit Siena benennt, wird mir klar, der steht hier übermorgen noch! Und wir mit ihm! Aus meiner (vergangenen) eigenhändigen Bahnfahrkartenverkäufer-Karriere weiß ich, dass Auslandsverbindungen, vor allem nach Italien, kein Geschenk sind und ewig dauern. Ich gehe nicht davon aus, dass die Bahn ihr eigenes System inzwischen etwas benutzerfreundlicher gestaltet hat und liege damit offenbar auch richtig, so lange wie diese Aktion dort vorne dauert. Ich bin langsam aber sicher auf 180.
10.32 Uhr. Unser IC fährt gleich ab, hat leichte Verspätung. Aber trotzdem ohne uns. Dafür erscheint zu diesem Zeitpunkt ein zweiter Bahnfahrkartenverkäufer. Schätzungsweise hatte er vor zwei Minuten Dienstbeginn, aber er lässt sich Zeit. Schaltet erstmal alles in aller Seelenruhe an, richtet sich ein, es hätte mich nicht gewundert wenn er kurz noch Kaffee kochen gegangen wäre…
Irgendwann sind wir dran. Die Lösung ist, wie wir zwischenzeitlich selbst schon herausgefunden haben, der Regionalzug um 10.45 Uhr nach Schaffhausen. Nun fahren wir zwar nicht ohne Umsteigen aber sind wenigstens eine halbe Stunde früher in Zürich als wenn wir auf den nächsten direkten Zug warten. Das können wir verschmerzen.
17.30 Uhr. Zurück aus Zürich, gehen wir in Singen vor der finalen Rückfahrt zum Hotel noch zwei Stunden bummeln und denken uns insgeheim, dass wir auch hier den Tag hätten verbringen können… Vielleicht noch besser!
Dienstag, 17.05.2022 – Gestern Reinfall, heute Rheinfall
09.45 Uhr Nach dem Frühstück muss ich mal wieder ein Telefonat führen und daraus ergibt sich ein Termin für uns an diesem Vormittag. Dieser findet wieder in Radolfzell statt und ist relativ schnell erledigt, der Form halber aber nötig. Nun können wir diese Chose abhaken.
Jetzt geht es endlich zum Rheinfall bei Schaffhausen, darauf freue ich mich schon seit vielen Wochen!
Und dann Abflug! Ich habe Kopfschmerzen! Und unsere Terrasse, unser Strandkorb, wartet, hier verbringen wir noch den Abend bevor ich mich desnachts wieder von einem entzückenden Schnarchkonzert beschallen lasse… (Liebe ist…)
Mittwoch, 18.05.2022 – Und jetzt mal Urlaub!
Unser letzter Urlaubstag ist unser erster Strandtag! Und sogar das nur halb. Weil einen ganzen Tag am Strand rumzuliegen einfach nicht unser Ding ist! In erster Linie geht es heute darum, dass Phil mal Stand-Up-paddlen ausprobieren kann! Das wollen wir schon ewig. Ich aber heute nicht.
11.25 Uhr. Für 2.20€ pro Person bekommen wir Zutritt zum Strandbad auf der Mettnau [!!keine Werbung!!]. Das ist in der Theorie eine feine Idee, denn das Gelände ist groß und grün, bietet Umkleiden, Duschen, Schließfächer und Gastronomie. Wäre da nicht ein klitzekleines Problem: Die gesamte Grünfläche ist übersät mit Scheiße. Ich tippe auf Schafskot, denn ein Schafzaun lässt vermuten, dass man hier hin und wieder mit den wolligen Tierchen versucht das Grün kurz zu halten. Für den Badegast hat das jedoch die Konsequenz, dass er kaum einen Liegeplatz finden, es sei denn, er liegt gern in Schafscheiße.
Ich finde dann doch irgendwann ein Fleckchen, mehr auf den Steinen, als auf dem Grün, dafür aber ganz nah am Wasser und mit etwas Halbschatten von einem Busch. Ich habe ein Buch und ne Tüte Chips dabei und Philipp leiht sich ein SUP Board und geht paddeln. Das Wetter ist dafür heute auch wirklich ideal! Für seinen allerersten Versuch schlägt er sich hervorragend.
15 Uhr. Nach ausgiebigem Füßehochlegen auf dem schön schattigen Zimmer, nehmen wir den Bus in die City und gehen spontan nochmal etwas bummeln und letztlich unten am See etwas essen. Phil´s Forelle ist gut, mein Salat einfach nur Mist! Ein trauriges letztes Mahl! Immerhin kann ich noch ein paar Oberteile kaufen in der Stadt.
Der Abend ist reserviert für´s Lesen im Strandkorb (jedenfalls bei mir) und Koffer packen (geht schnell).
Donnerstag, 19.05.2022 – Bye Bye Bodensee!
Alles Schöne hat einmal ein Ende. Ich möchte wirklich noch gar nicht nach Hause aber es hilft nichts. Und das ist auch irgendwie okay.
So bepacken wir vor und nach dem letzten Seeblick-Frühstück ruck zuck das Auto mit unseren Habseligkeiten und dann ist es leider soweit…
08.45 Uhr. Auschecken. Leergut wegbringen. Tanken.
09.15 Uhr. Das Navi sagt: 7 Stunden.
Ich habe nach einer schon keine Lust mehr… (und das als Beifahrer!)
Nach zwei Stunden bin ich langsam müde…
Nach drei machen wir Pipipause bei Würzburg…
Nach vier haben wir etwas Stau…
Nach fünf empfängt uns der Rasthof Göttingen-Ost…
Nach sechs ist langsam Land in Sicht…
Nach nicht mal sieben rollen wir auf den heimatlichen Hof!
Der Waschmarathon beginnt umgehend. Und wir fläzen uns mit Nudeln und alkoholfreiem Weizen auf´s Sofa, wo der Urlaub nun aber wirklich endet!
Zum Durchblättern: Fotoalbum Radolfzell

















