<<< Gestern waren wir noch in Régua und Lamego.
Heute neigt sich unser Urlaub schon langsam dem Ende…:
Mittwoch, 24.05.2023
Der letzte Tag unserer Reise bricht an und wieder lässt es sich Frau Kreuzfahrtleitung nicht nehmen, uns mit „Guten Morgen Sonnenschein“ zu wecken. Es erfordert einiges, sich jetzt zu beherrschen… Schließlich haben wir auch heute keinen Wecker gestellt und auf das Frühstück verzichtet, um länger schlafen zu können…
10 Uhr. Wir erobern das Sonnendeck und verbringen die meiste Zeit dort oben, zwischendurch verschwinde ich zwar mal auf die Kabine um schon mal meinen Koffer zu packen, soweit es geht, aber in erster Linie sitzen wir an Deck und genießen die letzten „Meter“ Landschaft.
12.30 Uhr. Das letzte Mittagessen an Bord aber wir haben es einigermaßen eilig. Denn die Einfahrt in Porto wollen wir nicht verpassen. Schnell sitzen wir wieder oben an Deck und erkennen einige markante Punkte wieder von letztem Freitag als wir aus Porto raus geschippert sind…
Je näher wir der Stadt kommen desto mehr Kommentar gibt es von der Reiseleitung. Mir wäre eine dezente musikalische Untermalung oder gänzliche Stille irgendwie lieber aber die vielen Brücken über den Douro werden kommentiert. Von mir aus.
14 Uhr. Wir docken wieder in Gaia an, genau dort wo wir vor einer Woche auf das Schiff gegangen sind. Jetzt wo der Fahrtwind fehlt, ertragen wir die Intensität der Sonne nicht mehr und legen erstmal, schön schattig, im Bett die Haxen hoch während die Ausflügler nach Braga vom Schiff stürmen. Braga haben wir vor fünf Jahren (LINK FOLGT) schon besucht und es schreit für uns nicht nach Wiederholung. Ursprünglich war für heute auch Guimaraes buchbar gewesen aber das hatte man aufgrund zu weniger Teilnehmer abgesagt. Auch da hatten wir uns nicht angemeldet obwohl ich diese historisch bedeutsame Stadt wirklich gerne kennen gelernt hätte, aber alles kann man eben nicht haben und wir möchten den letzten Tag lieber ganz entspannt in Gaia verbummeln. A pro pos.
14.45 Uhr. Wir gehen auf ausgiebige Souvernirjagd auf der Avenida de Ramos Pinto. Größtenteils sogar unter freiem Himmel denn es gibt unzählige Stände, die outdoor ihre Waren anpreisen: sehr unterschiedlicher Schmuck von schön über ausgefallen bis kitschig, unzählige Produkte aus Kork wie z.B. Schuhe, Rucksäcke, Notizbücher, Hüte oder Gürtel, erstaunlich viel Kunst, also gemalte Bilder aber auch Dekoratives aus den unterschiedlichsten Materialien, in der Regel wirklich hübsch anzusehen und keine 08/15-Staubfänger.
Kaufen tue ich letztlich „nur“ eine Handtasche aus Kork. Ich besitze schon eine kleine bunte aus Sevilla (LINK FOLGT) und möchte nun zusätzlich eine größere schlichte haben, weil mich die Qualität überzeugt. Lange überlege ich auch bei den Latschen aus Kork, aber ich habe zu Hause noch so viele andere, die erstmal „abgelatscht“ werden müssen…
Wir tapern auch noch ein Stück die Avenida de Diogo Leite hinauf, das ist die berühmte Uferstraße in Gaia. Und irgendwann biegen wir wahllos rechts ab und landen ziemlich bald in einer Art moderner Weinstube. Aus dem einzigen Grund, dass draußen ein Schild mit einem Happy Hour Angebot steht. Nicht, dass wir Hunger hätten oder großartig in Wein-Laune wären aber irgendwie sieht es total nett aus und ein Päuschen täte gut! Zwar sind wir die einzigen Gäste aber es ist kühl und hübsch und das junge Fräulein dort unheimlich nett.
Ich bekomme eine Käseplatte mit Oliven und Schokolade (statt Wurst) zu meinem Rotwein. Philipp wählt Weißwein und Thunfisch-Sandwich. Als Zugabe bekomme ich sogar noch ein Glas Portwein auf´s Haus, angeblich weil die Flasche leer werden muss.
Anschließend kaufen wir in einer Weinkellerei noch Portweingläser für Mama und Papa und bringen unsere gesammelten Werke dann erstmal auf´s Schiff. Da die Queen so zentral angedockt hat, ist das kein Problem. Und danach machen wir uns umgehend auf zur Seilbahnstation, das sind keine 200 Meter.
Philipp hat nur äußerst selten einen Wunsch aber diesen hat er schon vor geraumer Zeit geäußert: Nochmal Seilbahnfahren in Gaia! Deshalb treibe ich ihn jetzt auch an, als er zögert, dafür „so viel Geld“ auszugeben. 10€ kostet das Ticket pro Person für Hin- und Rückfahrt. Damals waren wir von der Luis Brücke hier runter gefahren und zu Fuß zurück nach Porto gegangen. Heute wollen wir es uns so einfach wie möglich machen und beide Strecken fahren, denn zu Fuß gegangen sind wir heute und in den letzten Tagen eigentlich schon genug. Vor allem aber macht uns die Hitze langsam zu schaffen.
Wir steigen oben an der Ponte Luis l also aus und gehen, genau wie einst, erstmal hoch zum Miradouro da Serra do Pilar. Der Aussichtspunkt befindet sich direkt vor der gleichnamigen Kirche und ist möglicherweise der berühmteste von ganz Porto. Von hier aus kann man Gaia und Porto und den Douro einfach perfekt überblicken, wenn ich EINEN Aussichtspunkt in Porto als Must-Do benennen müsste, dann wäre es dieser hier!
Und erstaunlicherweise ist er hier gerade ziemlich leer. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass man hier hoch ein gutes Stückchen bergauf gehen muss und vor allem brennt die Sonne hier momentan wirklich gnadenlos und fast unerträglich, sodass wir uns auch relativ bald auf den Rückweg zur Seilbahn bzw. zum Schiff machen.
18 Uhr. Ich telefoniere und diskutiere ein bisschen mit Lufthansa [!keine Werbung!], denn man hat uns Bordkarten zukommen lassen obwohl wir gar keinen Check in durchgeführt haben für den Rückflug, das wollte ich erst am Abend machen. Sehr mysteriös. Auf den Bordkarten stehen zudem nun ganz andere Sitzplätze als die von mir gebuchten. Unterm Strich kann man mir das Debakel weder begründen, noch eine Lösung für mein Problem anbieten. Ich tröste mich damit, dass es sich nicht um eine Langstrecke handelt. Aufklären wird sich diese Sache nicht mehr.
Das letzte Abendmahl stimmt mich traurig. Ich mag mich noch nicht trennen von diesen vielen lieben Kellnern hier und so vereinbaren wir, dass wir morgen dann wohl doch mal frühstücken gehen werden, schließlich müssen wir eh früh raus!
Donnerstag, 25.05.2023
06.30 Uhr. Der Wecker schellt. Der letzte Tag ist gekommen. Heute reisen wir ab.
Während Philipp unter der Dusche steht und ich letzte Handgriffe tätige, zieht vor dem Kabinenfenster die „Sagres“ vorbei. Ohne großes Aufsehen und Tam Tam verlässt das Segelschiff, begleitet von zwei Schleppern, die Stadt. Was für ein besonderer Moment. Tja… wenn die „Sagres“ abhaut, dann ist es wohl auch für uns Zeit… Adeus!
8 Uhr. Nach dem Frühstück müssen wir pünktlich bis 8 Uhr die Kabine räumen und das gelingt uns gerade so. Ich verbringe die restliche Zeit auf dem Sonnendeck, Philipp im schattigen Salon. Einigermaßen verzweifelt versuche ich die letzten Minuten Porto, Panorama und Sonnenschein in mich aufzusaugen und zu verinnerlichen. Wer weiß wann es wieder soweit ist?
08.20 Uhr. Wir steigen ins Taxi, unserem offiziellen Transfergefährt zum Flughafen, im Reisepreis inkludiert. Zwei ältere Damen fahren mit uns. Sie kommen ebenfalls von der Queen, aber erstaunlicherweise kann ich nicht behaupten, sie bisher unter den anderen Gästen wahrgenommen zu haben. Der Verkehr ist dicht, die Damen in der hinteren Reihe werden nervös. Jedenfalls eine von ihnen. Zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein wird eng für sie. Sie fliegen über Lissabon nach Deutschland. Ich bin froh, dass wir eine Abweichung von der Standard-Verbindung gebucht haben und uns somit einmal Umsteigen sparen, es ist auch so anstrengend genug.
Wieder bin ich (wir) die Einzige, die dem Taxifahrer ein Trinkgeld gibt. Sollte ich jemals wieder den Spruch „Die Jugend von heute…“ hören, könnte es passieren, dass ich beginne über „Die Senioren von heute…“ zu referieren… (Aber den Spruch werden wir eh nicht mehr hören, schließlich zählen wir inzwischen wohl auch gar nicht mehr zur „Jugend“…)
Ohne Wartezeit können wir einchecken und auch die Sicherheitskontrollen passieren, sodass ausreichend Zeit bleibt für Airport-Shopping (in Porto tatsächlich gar nicht so unattraktiv) und einen letzten Espresso.
10.30 Uhr. Unsere falschen Sitzplätze sehr weit hinten im Flieger bescheren uns immerhin ein Pre-Boarding zusammen mit den Behinderten und den Familien mit kleinen Kindern. Das ist wirklich sehr angenehm.
11.10 Uhr. Unsere eigentliche Startzeit wird sich um eine halbe Stunde verschieben weil eine einzelne Dame sich spontan umentscheidet und in Porto bleiben möchte (ich kann es nachvollziehen…). So verkündet es jedenfalls unser Pilot. Gut möglich, dass sie hinaus gebeten wurde weil sie strunzenvoll ist. Wer weiß das schon? Auf jeden Fall müssen wir wegen ihr warten bis ihr Koffer wieder ausgeladen wurde und dann geht es irgendwann los.
Ich ergattere noch die obligatorische Flasche Wasser und schlafe dann fast durch bis München. Zum Glück müssen wir nicht wieder in Frankfurt umsteigen sondern haben auf dem Rückweg die charmantere Variante! Ich liebe den Flughafen hier, und hasse den anderen so sehr!
Bei dean & david [!keine Werbung!] an Gate 30 kehren wir nun nur zu gerne ein. Frische, gesunde Bowls in gewohnter Qualität. Die für uns perfekte Möglichkeit, ein bisschen der fast drei Stunden Wartezeit zu überbrücken bevor wir einmal das gesamte Terminal 2 ablaufen, um uns ausgiebig die Füße zu vertreten.
Vor dem Weiterflug nach Hannover gibt es noch einen brutal überteuerten Kaffee (einfach nicht drüber nachdenken!) und dann landen wir überpünktlich um 19 Uhr in Hannover! Wir erwischen bereits die S-Bahn um 19.36 Uhr und sind mit Umsteigen am Hauptbahnhof letztlich gegen 20.30 Uhr zurück in der Heimat…
Und was war denn nun am Schönsten, außer, dass wir heile hin und her gekommen sind?… Darüber haben wir bereits beim letzten Abendessen auf dem Schiff gesprochen. Phil´s Highlights der Reise waren -in dieser Reihenfolge genannt- der Strand in Matosinhos, das Sonnendeck mit der vorbeiziehenden Landschaft (in seinem Fall mit Hans Zimmer Filmmusik über die Ohrstöpsel) und das gesamte Servicepersonal auf dem Schiff.
Da kann ich mich ohne Diskussion anschließen. Der Strand war wirklich unfassbar groß und schön und leer und sonnig und fühlte sich nach Urlaub und Freiheit an. Die Landschaft des Dourotals habe ich hoffentlich schon ausreichend beschrieben, eine solch eindrucksvolle Kulisse gibt es selten. Und das Bordpersonal auf der Queen ist wirklich unschlagbar, was ein riesen Kompliment ist, schließlich haben wir schon ein paar Reisen unternommen… Dass ich immer wieder erwähne, wie toll das Schiff, oder vielmehr das Personal ist, ist meine eigene unabhängige Meinung, das zu schreiben bringt mir keine Vorteile ein und ich wurde auch nicht dazu gezwungen.
Wollte man die Liste ergänzen, denke ich unter anderem an meine neue Handtasche, das Mittagessen auf dem Weingut und die Wine Happy Hour in Gaia.
Philipp erwähnt noch das schöne Strandrestaurant am ersten Abend, Porto selbst natürlich, sowie dort in einem Café zu sitzen und „Leute zu gucken“, die Cocktails in Barca d´Alva bei dem netten jungen Mann, aber auch den Ausflug nach Lamego!
Fest steht, jedenfalls, dass es schwer fällt, DAS Highlight zu benennen aber das muss man auch nicht. Viel wichtiger ist, dass wir uns einig sind, mit Portugal noch lange nicht fertig zu sein! Da hätten wir noch so fünf, sechs, sieben Ideen… Kann es ein schöneres, aussagekräftigeres Fazit für diese Reise geben??
Vila Nova de Gaia in Bildern – zum Durchklicken:












