SoHo, Chinatown & Brooklyn

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SoHo

Dienstag 10. März 2015

Heute Morgen spüre ich das späte zu Bett gehen sehr deutlich. Ich werde erst wach als alle anderen schon auf dem Weg zum Frühstück sind. Ich beeile mich, hinterher zu kommen weil es nur bis zehn Uhr etwas gibt.

10.30 Uhr: Wir machen uns auf den Weg zur Canal Street. Die Canal Street an sich ist ziemlich lang, sie durchzieht Manhattan einmal quer von links nach rechts, und zwar vom Pier 34 am Hudson River, bis rüber zum kleinen, eher unbekannten, Seward Park im Osten.

Wir wollen aber nordwestlich der Metrostation Canal Street nach SoHo, das „South of Houston“-Viertel, übersetzt also „südlich der Houston Street“. Hier darf ich laut Reiseführer die typische New Yorker Filmkulisse erwarten: Marmor, Ziegel, Sandstein, Feuerleitern, Antique Shops, Galerien, Taxis…

SoHo

Im Westen grenzt an SoHo das ehemalige Industriegebiet South Village, seit den 60ern beliebt bei Künstlern, Lebenskünstlern und Touristen. Kunst und Architektur gehören hier unmittelbar zusammen.

Und diese Gegenden wollen wir heute eigentlich gemütlich und ziemlich ziellos „ablaufen“.  Aber da die Sonne irgendwie nicht rauskommen will, und L. und ich schon Muskelkater vom vielen Laufen gestern haben, stoppen wir relativ bald in einem Café für eine ausgiebige schöpferische Pause. Unser neuer Plan ist, SoHo und das South Village abzukürzen und uns direkt nach Chinatown zu begeben.

SoHo

Chinatown ist hier wirklich eine Stadt in der Stadt, wenn auch wirklich keine schöne! Seit 1870 immer wieder gewachsen, geht man heute von etwa 30.000 Chinesen und mindestens 200 chinesischen Restaurants aus. Doch es kann uns nicht begeistern. Auch hier hält uns heute nichts. Ein overload an Eindrücken über die Tage?

Ich hole mir einen White Chocolate Mocca to go und wir gehen zielstrebig Richtung Financial District, um diesem Chaos von vielen kleinen Menschen, Ramschläden voller gefälschter Sachen und den ganzen exotischen Gerüchen und Geräuschen zu entkommen. Manch einer mag meinen, dass auch das alles unbedingt zu NYC dazu gehört… Wir empfinden anders.

Vorm NY Court House versorgen wir uns mit Laugenbrezeln mit Senf. Auch das ist typisch NYC und ich wollte es schon die ganzen Tage mal probieren. Wir sind tatsächlich alle vier begeistert! Ab sofort gehört das für mich zu New York dazu!

Civic Center

Außerdem beobachten wir hier eine Weile den Dreh einer Filmcrew. Leider lässt sich nicht herausfinden ob es für einen Film ist, für eine Folge Law and Order oder etwas ganz kleines Unbekanntes.

Unser nächstes Ziel ist nicht weit: Wir wollen über die Brooklyn Bridge laufen! 1883 wurde diese nach 16-jähriger Bauzeit als damals längste Hängebrücke der Welt eingeweiht. Heute ist sie eines DER Wahrzeichen New Yorks und ich wollte schon immer einmal von Manhattan bis Brooklyn oder umgekehrt darüber laufen! Jetzt ist es endlich soweit! Ich besiege meine Brückenphobie und genieße es sogar, über die Fußgängerpromenade zu flanieren, unter der der Autoverkehr rauscht.

Spaziergang von Manhattan nach Brooklyn

Für die atemberaubenden Motive von der Brücke aus, muss man sich allerdings immer wieder umdrehen, die Skyline hat man nun mal stets im Rücken, wenn man von Manhattan nach Brooklyn läuft. Andersherum empfiehlt es sich wohl mehr!

Spaziergang von Manhattan nach Brooklyn

Trotzdem ist es natürlich unendlich beeindruckend, sodass wir uns wirklich viel Zeit lassen. All die Wolkenkratzer… aber auch der East River und die Touristenboot unter einem… Und nicht zuletzt die Brücke selbst, die mit ihren vielen Stahlseilen auch verdammt fotogen daherkommt!

Spaziergang von Manhattan nach Brooklyn

Ein Spaziergang auf der Brooklyn Bridge bietet einfach so viele schöne Perspektiven und Momentaufnahmen… Ob Touristen oder Jogger… Radfahrer oder Fotografen mit Stativ…

Spaziergang von Manhattan nach Brooklyn

In Brooklyn angekommen, dauert es allerdings ewig bis zur nächsten Metrostation… Die anderen Drei fahren nun direkt zum Hotel, aber ich fahre noch eine Station weiter bis nach Brooklyn Downtown. Es interessierte mich einfach, wie es hier wohl zugeht. Wir übernachten zwar in Brooklyn aber mehr als den Weg zwischen Hotel und Metro Station Union Street, kenne ich noch nicht.

Brooklyn Bridge in Bildern – zum Durchklicken:

Spaziergang von Manhattan nach Brooklyn

Ich stecke also meine Kamera und meinen Stadtplan weg und passe mich selbstbewusst dem zügigen Tempo der Brooklyner an. Natürlich kann ich nicht behaupten, überhaupt keinen Gedanken daran zu verschwenden, dass ich nun wirklich komplett auf mich alleine gestellt bin.

Aber ich weiß mich abzulenken und zu beschäftigen und gehe in ein paar Klamottengeschäften stöbern. Letztlich habe ich aber nicht übertrieben viel Lust dazu und preislich ist es auch nicht passig. Also befriedige ich meine Kauflust im (ebenfalls überteuerten) CVS [!keine Werbung!] und kaufe jede Menge Kleinkram.

Auf dem Weg zur nächsten Metrostation entdecke ich allerdings auch noch einen Target [!keine Werbung!] und schaue mich dort ebenfalls ausgiebig um. Es springen jede Menge Süßigkeiten, die es in Deutschland nicht gibt, sowie ein neues T-Shirt und eine neue Strickjacke dabei heraus. Geht doch!

Ich befinde mich nun am Barclays Center, es ist somit nur noch eine Station zu fahren bis zur Union Street in der Nähe unseres Hotels. Dieser kleine Ausflug unter dem Stichwort „Anna allein in New York“ soll genügen. Wir müssen das Glück ja nicht zu sehr herausfordern.

Im Hotel habe ich ausreichend Zeit zu duschen, zu Hause anzurufen und mit meinem Herzblatt zu skypen. Der Tag ist noch halbwegs jung und deshalb genug Raum für eine großzügige Pause.

Abends steht ein echtes Highlight auf dem Programm! Wir fahren zum Barclays Center, um ein Basketballspiel zu schauen: Die Brooklyn Nets unterliegen den New Orleans Pelicans am Ende mit 91:111.

Beim Basketball im Barclays Center

Trotzdem genießen wir das Spektakel inklusive tanzender Cheerleader, unterhaltsamen Pausenprogrammen, witziger Kiss Cam (samt Heiratsantrag) und maßlos überteuerter Verpflegung: Ein Bier ab 10 Dollar ist wirklich unverschämt, ich begnüge mich mit Veggie Burger, Cola und Wasser für zusammen 21 Dollar. (Acht Jahre später werde ich beim Baseball in Denver feststellen, dass es noch ganz andere Preise für Verpflegung bei einem Sport-Event gibt…)

Beim Basketball im Barclays Center

Zur gleichen späten Uhrzeit wie gestern fallen mir die Augen zu und ich schlafe einem kopfschmerzgeplagten neuen Morgen entgegen…

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