Sonntag, 28. April 2024
Endlich ist es soweit! Der erste Urlaub nach Lanzarote 2023 vor immerhin ganzen fünf Monaten! Es wird mal wieder Zeit, dem Alltag den Rücken zu kehren!
Flughafen Hannover
Gegen 11 Uhr starten wir in heimischen Gefilden, unser lieber Mann und Schwiegersohn bringt uns nach Hannover zum Flughafen, den wir offenbar genau im richtigen Moment erreichen, der Großteil der Warteschlange bildet sich nämlich hinter uns. Zügig haben wir eingecheckt und verweilen anschließend in meiner favorisierten gastronomischen Einrichtung bei Ingwertee, Laugenbrezel und Weingummi.
13.30 Uhr- Unser Timeslot für die Security ermöglicht uns eine garantierte Abfertigung. Zwar wären wir auch ohne gebuchtes Zeitfenster gut durchgekommen aber das weiß man schließlich vorher nicht. Solange dieser Timeslot-Service nichts kostet, nutze ich ihn jedenfalls gerne.
Und auch die restliche Zeit verging ruckzuck und wir saßen im Flieger. Es war alles total unkompliziert und ohne viel Warterei.
Anreise nach Malaga
Das Drama sollte nun erst beginnen. Auf meinem Sitzplatz 1B sitzt eine Frau, wie sich herausstellt, ist ihr Sitzplatz 1C und sie wollte niemandem im Weg sein, alle anderen Passagiere müssen ja durch den Gang an ihr vorbei. In Ordnung. Das wäre aufgeklärt und hätte mir so auch schon gereicht. Dass sie mir nun noch erzählt, dass sie so unheimlich gerne am Gang sitzt und regelmäßig nach Malaga fliegt und jetzt schon von dem potenziell schreigefährlichen Baby in der selben Reihe auf der anderen Seite genervt ist, das hat mich alles überhaupt nicht interessiert aber man gibt sich ja einigermaßen höflich.
Allerdings habe ich schon im Gefühl, dass das noch nicht alles war und sehr schnell erfahre ich auch, dass die Dame noch einen Termin in der Stadt hat und daher sehr verärgert ist über die Tatsache, dass wir offenbar ganze zehn Minuten verspätet starten!
Ob „die“ wohl noch Getränke und Snacks verteilen? Ja, sage ich, gegen Bezahlung.
Ob ich Andalusien schon kenne? Ja, viele Regionen, aber Malaga noch nicht wirklich. – Ein Fehler! Mir werden sofort ungefragte Tipps zu Bussen, Mietwagen und Co. an den Kopf geknallt, und wieder die Erinnerung, dass sie und ihr Mann, der übrigens auf der anderen Seite am Gang sitzt und den gesamten Flug über kein Wort spricht, regelmäßig nach Malaga fliegen. Ja, sage ich, Sie bleiben, wie immer, vier Wochen! – Damit habe ich sie wenigstens für eine herrlich ruhige Sekunde sprachlos gemacht, dann habe ich sie aufgeklärt, dass sie am Check in vor uns gestanden hatte. In Klammern: Dort hatten Sie ja schon der Schalterdame gleichermaßen kindlich stolz wie ungefragt von der Dauer ihres Aufenthaltes berichtet.
Es geht damit weiter, dass sie vieles, was ich im Reiseführer „Costa del Sol“ lese, kommentiert oder zumindest gerne kommentieren würde, denn ich spüre ihre Seitenblicke beinahe ununterbrochen, und beneide Papa um seinen Fensterplatz, auf dem er vorgibt zu schlafen. Oder macht er wirklich ein Nickerchen? Das versuche ich auch!
Die restliche Zeit verbringt meine Sitznachbarin damit, sämtliche Passagiere, die es wagen, sich in die Klo-Schlange zu stellen, zurück zu pfeifen, sie mögen doch bitte ab der Reihe 2 warten, nicht ab der Reihe 1, da sitzt schließlich sie, und sie fühlt sich gestört wenn dort Personen stehen. Eigentlich hätte ich sie fragen müssen warum sie dann so gerne am Gang und in der ersten Reihe sitzt, schließlich müsste sie es doch besser wissen wenn sie so oft fliegt. Aber sie hat die Leute im Griff. Zu meiner Verwunderung lassen sich alle verbal von ihr zurück schieben und stören sich gar nicht an ihren Anweisungen.
Ihr zweiter großer Auftrag ist der Vorhang, der im Durchgang hängt und außer für Start, Landung und Service, zugezogen ist. Er trennt Crewbereich von Passagierbereich, und sie fühlt sich verpflichtet, den Vorhang jedes Mal zurecht zu rücken wenn jemand durchgegangen und ihn nicht auf den Zentimeter exakt wieder geschlossen hat. Sie rügt sogar das verwunderte Bordpersonal, ich kann nur staunen wie pedantisch sie sich dieser ganzen Angelegenheit widmet.
Als sie gerade selbst auf dem WC ist und eine Durchsage kommt, wir würden möglicherweise nicht 100%ig pünktlich landen, sage ich zu Papa: Na pass mal auf, wer sich darüber gleich echauffiert. Ich sollte Recht behalten…
Trotzdem sind wir pünktlich um 18 Uhr gelandet, was ich beinahe bedauern könnte, denn wer seinen Flug mit einer Ankunft zwei Stunden vor einer Deadline, einem Termin, den man erreichen muss, bucht, der verdient es eigentlich nicht anders, als dass das schief geht! Aber sei es drum.
Bereits 40 Minuten später sitzen wir in unserem vorgebuchten Taxi und werden zu unserem 2-Sterne-Gemach, dem Hotel Zeus [!keine Werbung!] kutschiert. Da wir morgen bereits nach Granada weiterreisen, war für diese eine Nacht kein Nobelschuppen erforderlich.
Abendliche Runde durch Malaga
Wir begutachten unser kleines aber vernünftiges Zimmer, machen uns kurz frisch und wollen den Busbahnhof suchen für morgen. Die „Estacion de Autobuses“ befindet sich ca. 800m entfernt. Gut, dass wir uns heute schon mal auf den Weg machen, denn wir finden das gesuchte Ziel nicht auf Anhieb. Wenn man dann aber weiß wo man hin muss, ist es nicht kompliziert, das kriegen wir morgen hin, auch mit Koffern!
Wer sich eine Stadtkarte von Malaga anschaut, stellt relativ schnell fest, dass der Fluss Guadalmedina in Malaga ins Meer mündet. Handelt es sich bei dieser Karte jedoch um eine Goggel Maps Karte und stellt man sie auf Satellit um, ist man irritiert, denn der Fluss sieht streckenweise ausgetrocknet und begehbar aus… Spätestens jetzt vor Ort wird klar, dass dieser Fluss, oder das was davon übrig ist, auf jeden Fall die westliche Grenze der Altstadt darstellt. Wir wohnen hier westlich des Flusses, und damit nicht im Stadtzentrum. Das war uns auch nicht wichtig weil wir ja morgen den Busbahnhof erreichen können wollen. Allerdings werden wir in ein paar Tagen wiederkommen und ebenfalls auf dieser Seite des „Flusses“ ein Hotel beziehen, das bedeutet, dass wir leider nicht so zentral wohnen, wie wir trotz allem irgendwie gehofft hatten.
Malaga-„West“ in Bildern – zum Durchklicken:
Auf der Suche nach etwas Essbarem, landen wir aber auch heute noch in der Altstadt, das sind immerhin mehr als 2km Fußweg ab der Busstation, was natürlich machbar ist aber eben nicht mal kurz um die Ecke.
In einer etwas einfacheren Taberna speisen wir nicht allzu üppig aber trotzdem ausgesprochen gut. Wir sind satt aber nicht überfressen und können uns noch was gönnen: Gleich um die Ecke befindet sich die Eisdiele Café Mira [!keine Werbung!], wo das Malaga-Eis erfunden wurde! Wir probieren jeder eine Kugel dieser in Deutschland doch recht gewöhnungsbedürftigen Sorte, und stellen fest, dass es hier ganz anders, nämlich superköstlich, schmeckt!
Inzwischen wird es langsam dunkel und geht auf 21.30 Uhr zu, ein bisschen Rückweg zu(m) Zeus haben wir noch, bei immer noch angenehmen ca. 18 Grad. Machen wir uns auf den Weg!
Montag, 29. April 2024
Dafür, dass wir gestern erst um halb elf geschlafen haben, bin ich irgendwie verwundert, dass ich nach meinem Tablettenwecker um 20 vor 6 nicht mehr schlafen kann. Ich gehe duschen und lege mich nochmal hin bis um 7 der eigentliche Wecker klingelt aber schlafen tue ich nicht mehr. Na das kann ja ein Tag werden!
Morgenspaziergang
8 Uhr. Wir haben im Schwesterhotel Don Paco, wenige Gehminuten entfernt, ein kleines Frühstück eingenommen und sind auf dem Weg zur Playa de Huelin, dem nächstgelegenen Strand von unserem Hotel aus. Noch braucht man eine Jacke aber die Sonne scheint schon und bekommt auf dem Rückweg dann auch zunehmend Kraft. Wir machen nur einen kleinen Stopp am Meer und drehen bald wieder um.
Was wir heute gelernt haben: Das Mittelmeer heißt hier an der Costa del Sol „Alboran-Meer“, benannt nach der winzigen Isla de Alboran, die wir bis heute auch noch nicht gekannt haben. Dass das Mittelmeer an anderen Stellen anders heißt, z.B. Golf von Tunis oder Adria oder Ägäis, ist natürlich bekannt, aber das Alboran-Meer ist uns neu. Kanntest du es schon?
Von Malaga nach Granada mit dem Fernbus
9 Uhr. Nochmal kurz Haxen hoch legen im Hotel und den Rest Krempel packen, dann geht es zur Busstation von Malaga. Den Fußweg haben wir gestern Abend bereits angetestet und mit Gepäck brauchen wir sicherlich doppelt so lange, also ca. 20 Minuten. Daher ist es legitim eine dreiviertel Stunde vor der geplanten Abfahrt nach Granada loszugehen.
Erfreulicherweise haben wir mit den vorgebuchten Bus-Tickets auch Sitzplätze extra reserviert. Bedauerlicherweise war dies für den Rückweg nicht möglich gewesen, als ich im Februar gebucht habe. Ich bin gespannt, wie das dann laufen wird. Aber jetzt: Jetzt haben wir erstmal die Hinfahrt und da haben wir Plätze und wir kriegen sogar unser Gepäck ganz gut unter. Was wir weniger gut unterkriegen sind unsere Beine und Arme. Denn die Sitzreihen sind so unfassbar eng hintereinander gebaut, dass man wirklich nicht weiß wohin mit sich. Abfahrt ist um 10.45 Uhr.
Zu meinem Ärger sitzen auch noch ein paar Deutsche im Bus, die mich pauschal immer und überall auf der Welt nerven. Und irgendwo hinter uns ein paar Typen, die unfassbar gerne quatschen und husten und schnauben und Musik am Handy anmachen. Auf einer Skala von 1-10 bin ich langsam aber sicher bei einer 20, genervter ginge also kaum… Die erste der nicht ganz zwei Fahrstunden versuche ich die Augen zu zu machen aber man kann hier einfach nicht vernünftig sitzen und es ist wirklich nichts als anstrengend! Ich bin heilfroh, dass die Fahrt etwas schneller vergeht als angenommen. Zudem scheint die Sonne und wir finden auf Anhieb den Bus ins City Center von Granada!
Lies über Granada hier:
Mittwoch, 1. Mai 2024
Zurück in Malaga
Meine Laune ist nach der Busfahrt ausbaufähig als wir in Malaga ankommen aber die Sonne scheint und es ist eine ganze Ecke wärmer als in Granada! Das ist schon mal ein guter Anfang! Wir zergeln unsere Koffer die knapp 800 Meter zum Ilunion Hotel [!keine Werbung!] und erfreuen uns an einem Zimmerupgrade auf Hafenblick und inkludierter Minibar. Und selbst wenn das beides nicht gewesen wäre, ist das Zimmer einfach wirklich, wirklich toll! Modern (aber nicht zu modern), wirklich groß und absolut ordentlich! Es gibt außerdem Steckdosen (auch in Bettnähe), viel Stauraum (das Wichtigste!) und zwei Waschbecken (übertriebener Komfort)!
Hafenflair
15 Uhr. Wir machen uns auf den Weg in die Stadt. Wir sind hier ein bisschen ab vom Schuss, auch wenn das bewusst so ausgesucht war, um die relative Nähe zum (Bus-) Bahnhof zu haben, ist es jetzt eine ordentliche Ecke zur City, wie wir schon am Sonntag festgestellt haben.
Es ist etwas mehr als ein Kilometer zur Hafenflaniermeile „Muelle Uno“, also in Wirklichkeit gar nicht soo weit, doch es geht eben immer geradeaus an der Hauptstraße entlang…
Die Muelle Uno ist erst in den letzten Jahren hier entstanden, in erster Linie um die Stadt für die Kreuzfahrer attraktiver zu machen, die unweit von hier am neuen Cruise Terminal festmachen.
A pro pos. Die erst drei Jahre junge Odyssey of the Seas, aus der Papenburger Meyer-Werft stammend, liegt gerade vor Anker, und wir wollen mal schauen wie nah wir heran kommen. 347 Meter lang und 18 Decks hoch ist der Kreuzfahrtriese. Ich weiß auch nicht warum Kreuzfahrtschiffe so eine magnetische Wirkung auf mich haben. Was mir nur nicht einleuchten will ist, wie man ausgerechnet ein Kreuzfahrtschiff „Lange, abenteuerliche Irrfahrt“ nennen kann… Da hätte es sicherlich bessere Namen gegeben… Meine Meinung.
Zunächst bummeln wir die vielen kleinen Stände an der Hafenmeile ab. Es gibt bei weitem nicht nur billigen Touri-Schnick-Schnack sondern auch tolle und hochwertige Ware, von Korktaschen über Meditations- und Räucherstäbchenzubehör über Boutique-Kleidung über Kosmetikprodukte und noch vielem mehr, bis hin zu toller Keramik in jeglicher Form. Kaufen tun wir nichts aber im Hard Rock Shop [!keine Werbung!] greife ich zu! Endlich mal wieder ein T-Shirt! War ich doch in Denver letztes Jahr schon enttäuscht worden, da die dortige Filiale kürzlich geschlossen worden war (unabhängig davon, dass es fraglich ist ob ich ausgerechnet von Denver ein Shirt hätte haben wollen, hahaha). Mein letztes Hard Rock Souvenir dürfte ich daher lange vor dem Coronakrempel erstanden haben. Deswegen schlucke ich jetzt auch die hiesigen Preise… Dreiste 35 Euro kostet mein Objekt der Begierde!
Ein Stück weiter kehren wir ein. Ein Restaurant bietet indische, mexikanische und griechische Küche und die Aufmachung gefällt mir total gut, es ist super stylisch und bunt und die Karte vielversprechend, auch Papa mag sich drauf einlassen. Tapfer bestellt und verzehrt er vegetarische Tacos, leider nur eine homöopatische Menge. Ich bin sehr happy mit meiner riesigen Menge Reis und Curry, es schmeckt wirklich wie beim Inder! Allerdings wird das ganze deutlich getrübt durch super langsamen Service bzw. gestresste Massenabfertigung.
Nun wandeln wir aber noch direkt bis zur Odyssey of the Seas, denn wie sich herausstellt, kann man direkt bis zum Kreuzfahrtterminal spazieren, in die andere Richtung hat man einen tollen Blick auf die Playa Malagueta (Malaga´s Stadtstrand) und die leicht bergige Küstenlinie.
Die Hafengegend von Malaga in Bildern – zum Durchklicken:
Ein Malaga-Eis, bitte!
Es ist richtig schön warm in Malaga aber der Wind weht sehr ordentlich, vor allem natürlich je näher man sich am Wasser befindet. Wir spazieren auch noch Richtung Altstadt um noch einmal die Eisdiele Mira [!keiner Werbung!] in der Nähe der Kathedrale aufzusuchen. Nochmal eine Kugel Malaga für den weiten Heimweg…
Donnerstag, 2. Mai 2024
Der heutige Tag steht komplett im Zeichen der Stadt Malaga. Jener Stadt, die damals auf meiner allerersten Spanien-Reise vor siebzehn Jahren noch als absolut nicht sehenswert galt und ich verstehe gar nicht warum, denn zumindest heute werden wir eine tolle Altstadt und zwei beeindruckende Burgen sehen, die so ja auch damals schon mehr oder weniger existiert haben…
Los geht´s!
8 Uhr. Erst einmal genießen wir jedoch das paradiesische Hotelfrühstück mit der erhofften großen Auswahl im Vergleich zu dem 2- und 3-Sterne-Hotel der letzten Tage. Auch dort sind wir satt geworden aber das hier heute gefällt mir sehr!
Als Erstes wollen wir heute das Castillo de Gibralfaro besichtigen. Später die Alcazaba. Es gibt auch Kombitickets (zurzeit 5.50Euro pro Person). Aber die Erreichbarkeit ist so eine Sache. Die Alcazaba kann man sehr gut von der Altstadt aus besuchen, der Eingang ist unten in der City und quasi ausschließlich zu Fuß erreichbar, wohingegen das Castillo viel weiter oben liegt und unser Reiseführer davon abgeraten hat, dort hoch zu gehen, wenn man nicht gerade Sportler und absolut fit ist. Alternativ fährt ein Bus auf den Gibralfaro-Berg, allerdings nur alle 45 Minuten und das auch noch 1km entfernt von unserem Hotel! Also Marsch! Diesen Bus wollen wir ergattern!
Malaga´s Burg – Besuch des Castillo Gibralfaro
10.05 Uhr und der Bus fährt an der Avenida de Andalucia, zwischen Plaza Poeta Manuel Alcantara und Puente de Tetuan, los. Wie übrigens auch schon in Granada, kostet in Malaga jede Busfahrt 1.40 Euro pro Person, egal wohin man will, also wie lange man im selben Bus fährt. Wer länger in der Stadt bleibt, kann sich auch eine aufladbare Karte für die Öffis kaufen, dann kostet jede Fahrt nur einen Bruchteil davon. Auf jeden Fall haben wir mit den Bussen bisher, in beiden Städten, sehr gute Erfahrungen gemacht. Und so auch dieses Mal: Wir fahren bis zur Endstation Castillo de Gibralfaro und stehen direkt unter dem Eingang.
Wie befürchtet, ist hier schon eine große Menschenmasse unterwegs, die meisten kommen von der Oasis of the Seas, die heute im Hafen liegt. Man erkennt die Kreuzfahrer an ihren Kleidungswahl wie z.B. Polos oder T-Shirts bzw. Cappies mit Aufdrucken ihrer heimischen Yacht- oder Marine Clubs bzw. anderen, meist karibischen, Reisezielen. Diejenigen, die als Gruppe mit Guide unterwegs sind, tragen zumeist einheitliche Kopfhörer.
Relativ schnell sind wir dann doch an der Reihe und dürfen an den Ticketautomat; personenbesetzte Kassenhäuschen sind nicht mehr en vogue.
Der vorgeschlagene Rundgang, der nun auf dem Gibralfaro-Areal folgt, ist optional, man kann auch hin und her laufen aber im Grunde macht es Sinn einmal rundherum zu laufen, denn man geht dann quasi einmal im Kreis, die gesamte Festung ab, und zwar oben auf den Festungsmauern. Das ist sehr eindrucksvoll, bedenkt man, wie alt die Gemäuer sind, ganz abgesehen von der Aussicht!
Um 1340 baute Nasridenherrscher Yusuf l diese Burg, in der er seine Soldaten unterbrachte. Das Castillo diente ausnahmslos militärischen Zwecken und galt als unbezwingbar, denn die Lage und die Gestaltung, vor allem mit acht Wehrtürmen, waren ein riesen Vorteil gegenüber feindlichen Angreifern.
1487 geschah es dann aber doch! Die Truppen der katholischen Königin Isabella l von Kastilien und Ferdinand ll von Aragon belagerten die Burg und Malaga fiel als eine der letzten spanischen Städte wieder unter christliche Herrschaft. Fortan lebte König Ferdinand hier oben.
Später nutzte man die Gemäuer aber auch als Gefängnis, obwohl die Franzosen 1812 einen Großteil der Anlage zerstörten.
Erst in den 1980ern fing man dann an, das Gelände für Touristen umzugestalten. Meiner Meinung nach eine hervorragende Idee! So können wir hier und heute gigantische Ausblicke in sämtliche Richtungen, also auf Berge, Meer und Stadt, genießen!
Das Castillo de Gibralfaro von Malaga in Bildern – zum Durchklicken:
Besonders toll ist das Hafen-Panorama und, dass wir uns jetzt anschauen können, wo wir gestern schon überall gewandelt sind. Städte von oben sind immer schön, insbesondere bei Sonnenschein wie heute! Mein persönliches Highlight ist, neben den gigantischen Aussichten, die schattige Kaffeepause, man sitzt dort sehr nett („La Terrazita“ – [!keine Werbung!]) und die Preise sind human.
Der Weg ohne Namen
Und wie kommen wir nun vom Castillo Gibralfaro zur Alcazaba? Der Bus, der uns rauf gebracht hat, fährt in 20 Minuten auch wieder runter, dort müssten wir schauen, wo wir aussteigen und dann zur Alcazaba gehen, doch wir wissen, dass es auch einen steilen Fußweg zwischen Castillo und Alcazaba gibt. Laut Goggel soll man 20 Minuten bergab benötigen, ich tippe mal auf 30-40 Minuten mit Foto- und Ruhestopps. Machen? Machen!
Das ist also der Weg, vor dem der Reiseführer in umgekehrter Richtung gewarnt hatte! Schauen wir uns das Spektakel an! Die Leute hechten hier hoch, als gäb´s kein Morgen! In Stöckelschuhen, mit Kinderkarre, im Wintermantel. Es ist an Kuriositäten kaum zu überbieten, was man so beobachtet auf dem Weg nach unten. Es ist zwar wirklich teilweise ziemlich steil, aber es lässt sich gut gehen! Runter jedenfalls. Ich würde es nur auf gar keinen Fall bei oder nach Regen empfehlen, das könnte vermutlich böse enden, weil die Steinflächen dann bestimmt viel zu glatt sind! Und schon gar nicht würde ich auch nur irgendwem empfehlen, diesen Weg bergauf zu gehen… es sei denn man ist gut im Training und hat Wanderausrüstung dabei. Alle anderen sehen nicht so aus als hätten sie Spaß…
Altstadtbummel
Unten in der City angekommen, befindet sich vor der Alcazaba eine dermaßen lange Schlange, dass ich kurz am Touri Info Truck nachfrage ob man sich dort auch anstellen muss wenn man „oben“ (am Gibralfaro) schon das Kombiticket gekauft hat. Ja, leider ja, denn erst ganz oben splittet sich die Schlange. Ich stelle Papa in die Schlange und gucke mir das mal an. Ich gehe komplett an der Schlange vorbei und sehe, was der Info-Mann meint. Ich verstehe wirklich nicht, wieso man hier nicht eine andere Lösung findet, und denjenigen, die im Castillo oder online schon Karten erworben haben, einen vereinfachten Einlass ermöglicht.
Wir wollen uns das nicht antun sondern lieber erstmal was Essen gehen, schließlich kann die Schlange länger eigentlich nicht mehr werden. Schlimmstenfalls stellen wir uns dort nachher noch an, oder kommen zum Sonnenuntergang wieder. Außerdem ist es nun schon gegen 13 Uhr und vielleicht findet sich ja erstmal was Feines zwischen die Kiemen!?
Auf unserer Nahrungssuche passieren wir die Plaza de la Merced , wo auch das Geburtshaus von Picasso steht. In einer Seitengasse (Calle Carcer, Ecke Calle Madre de Dios) steuern wir eine „Eckkneipe“ an, gemeint ist eine winzige urige Tapasbar mit Pub-Flair. Wir sitzen draußen bei Sangria und Tapas und ich finde, es ist das beste Essen der Woche!
Über Umwege durch einen Krimskramsladen, einen Cannabisshop und eine Mira-Filiale (lecker Eis! + [keine Werbung]) schlendern wir nun langsam und erschöpft zurück zur Alcazaba. Eigentlich ist die Luft schon ein bisschen raus aber da die Schlange jetzt glücklicherweise sehr übersichtlich ist, greifen wir an!
Die maurische Festung von Malaga – Besuch der Alcazaba
Die Festung ist definitiv eines der Wahrzeichen der Stadt. König Badis-Maksan ließ die Alcazaba im 11. Jahrhundert als Residenz maurischer Herrscher bauen. Daher ähnelt der Grundriss auch der Alhambra in Granada. Im Osten ist die Alcazaba mit dem Castillo Gibralfaro verbunden, das kurz darauf entstand.
1487 kamen, wie schon oben geschrieben, die Truppen von Isabella und Ferdinand, die nicht nur das Gibralfaro sondern die Alcazaba gleich mit eroberten. Zunächst residierten hier verschiedene Könige, irgendwann nicht mehr, sodass die Gemäuer teilweise verfielen und zum Asyl für Randgruppen und Straffällige wurden.
1931 erklärte man die Alcazaba als Kulturgut des historischen Erbe Spaniens und begann mit dem Wiederaufbau. Bei den Bauarbeiten legte man gleich noch nebenan ein Römisches Theater frei, dieses jedoch werden wir heute nicht mehr besichtigen! Wir beschränken uns auf die Alcazaba:
Die Alcazaba von Malaga in Bildern – zum Durchklicken:
Dafür, dass wir relativ un-enthusiastisch durch die Alcazaba streifen und bestimmt auch einige Bereiche auslassen oder nur sehr flüchtig ansehen, bin ich erstaunt, dass wir doch beinahe anderthalb Stunden hier drin verbringen. Voller Elan, am Anfang des Tages, könnte man hier sicherlich locker einen halben Tag zubringen, was mich beeindruckt, denn den haben wir auch in der Alhambra verbracht. Die Alcazaba ist schließlich bedeutend kleiner aber eben auch nicht uninteressant, und zudem irre verwinkelt und labyrinthartig, viele Ecken, viele Räume, viele Höfe, viele Stufen, viele Sackgassen, viele Aussichtspunkte. Eigentlich eine richtig spannende Angelegenheit, sofern man nicht schon am Ende seiner Kräfte ist. Und auch hier gibt es mitten im Monument ein kleines Café.
Vergleich Gibralfaro und Alcazaba
Und was hat mir nun besser gefallen bzw. welchem der beiden Monumente solltest du den Vorrang geben? Ich glaube das kann man nicht pauschal beantworten! Sie sind beide für sich besonders und es ist eigentlich wirklich egal, welches man sich anschaut. Wer die Möglichkeit hat, sollte am Besten beides kombinieren aber im Grunde reicht auch eines.
Ich würde vielleicht sagen, beim Castillo de Gibralfaro hat man definitiv deutlich mehr Aus- und Weitsicht und vor allem finde ich es toll, dass der Weg im Grunde vorgegeben ist und man einmal rundherum die Mauer(n) abschreitet, da gibt es gar kein Vertun!
Dafür ist die Alcazaba einfacher erreichbar, weil direkt von der City aus zugänglich. Wer Zeit und Muße hat, wird hier eine richtig gute Zeit haben. Man muss sich aber wirklich darauf einlassen und darf sich auch nicht an der Unübersichtlichkeit stören. Auf jeden Fall ist es hier etwas sportlicher weil es viel mehr bergauf geht als beim Besuch des Castillo Gibralfaro.
Eine klare Empfehlung kann ich also nicht geben. Falls du jetzt eine Tendenz zum Gibralfaro rausliest, dann liegt das einzig und allein daran, dass ich schon so k.o. war in der Alcazaba. Vielleicht hätte man einfach die Reihenfolge tauschen müssen! Wie auch immer, du kannst nichts falsch machen wenn du dich für eines von beiden entscheidest, und schon gar nicht, wenn du das Kombiticket nimmst! Preislich auf jeden Fall unschlagbar und für z.B. Rentner gibt es sogar noch satte Rabatte!
Feierabend
Gegen mittlerweile 16.30 Uhr suchen wir uns einen Bus Richtung Hotel und sind heilfroh als wir die Dusche bzw. unser Zimmer erreichen! Nun gilt es erstmal wieder runter zu kommen und später auch noch Koffer zu packen und den morgigen letzten halben Tag grob zu planen. Wir haben nur noch „Notfall To dos“ auf dem Zettel, das heißt z.B. Picassomuseum oder ein anderes Museum… relativ spontan entscheiden wir uns für: eine Bootsfahrt!
Freitag, 03. Mai 2024
Letzter Tag in Malaga
Heute starten wir mal sehr entspannt in den Tag und verlassen das Hotel nicht direkt nach dem (wieder köstlichen, umfangreichen) Frühstück. Wir haben heute nicht mehr viel vor und wollen daher einigermaßen spät auschecken (gegen 10.45 Uhr).
Alle Malaga Must Sees haben wir in den letzten beiden Tagen „abgearbeitet“ (aus unserer Sicht), nun haben wir nur noch „Eventuelles“ auf dem Zettel, in erster Linie Museen und der leider viel zu weit entferne Botanische Garten. An jedem anderen Tag wären wir zwar noch zum Botanischen Garten gefahren, aber heute noch weite Busfahrten zu unternehmen, danach steht keinem von uns der Sinn. Nach Museen allerdings auch nicht wirklich…
Gestern Abend haben wir eine Bootsfahrt favorisiert! Diese startet um 12 Uhr und erscheint uns, auch heute noch, genau richtig. Eine Stunde entspannt sitzen, Sonne und Meereswind genießen, danach noch irgendwo essen gehen und dann langsam auf die Heimreise vorbereiten.
11.16 Uhr. Wir sitzen im Bus der Linie 40 zum Hafen und bummeln die 600m bis zum Bootsanleger über einen Teil der Muelle Uno, dem Hafenboulevard, den wir vorgestern bereits kennen gelernt haben.
Die Tickets kosten pro Person 12 Euro und um 12 Uhr geht´s los. Als Erstes besteigen wir das Schiffchen und sichern uns so die besten Plätze ganz oben und im Schatten. Eile wäre gar nicht zwingend geboten gewesen, da die meisten Leute sich ja immer in die knalle Sonne setzen, wo ich persönlich mir alles verkohlen würde auf dem Meer…
Das kleine Hafenbecken und auch der Containerschiff-Bereich sind schnell verlassen und kaum sind wir „vor der Tür“, ruft ein Besatzungsmitglied „Hey!! Dolphins!! There!!“, und in geraumer Entfernung kann man die ersten Flipper ausfindig machen…
Schnell wird klar, dass wir uns ihnen nähern und es immer mehr werden. Zuerst wollte ich überhaupt nicht fotografieren weil man eh nicht so schnell draufdrücken kann wie die Tiere hüpfen und ich wollte sie lieber in „live“ sehen als später auf meinem Display suchen.
Doch als klar wird, dass es immer mehr Delfine werden und sie teilweise direkt neben dem Boot mitschwimmen, fange ich doch an, zu knipsen! Es sind so viele Delfine und sie tauchen zu jeder Seite des Bootes permanent auf. Die gesamte Tour über, die eigentlich als „City Sightseeing Tour“ ausgeschrieben ist, dreht sich um die Delfine! Wir sind ganz aus dem Häuschen und können gar nicht so schnell „Guck! Da!“ und „Da!“ und „Hier!“ rufen!
Auf der Tour zu den Channel Islands in Kalifornien 2011 hatte man uns erklärt, dass die Delfine es lieben, mit dem Boot mit zu schwimmen, denn die Strömungen, die das Boot hervorruft, ist für die Tiere eine willkommene Abwechslung, eine Art Spiel für sie!
Was für eine Tour! Das ist nun wirklich die Kirsche auf dem Sahnehäubchen! Malaga wird wirklich unterschätzt! Nicht zuletzt auch von mir ein wenig. Aber es lohnt sich total!
Kaum sind wir wieder am Hafen, verlassen uns die Delfine (oder wir sie) und wir haben ein tolles Panorama auf Stadt, Alcazaba, Castillo und die im Hafen liegenden Yachten! Die teuerste, wie ich nebenbei recherchiere, gehört dem Ex-CEO von WhatsApp und ist 220 Millionen Dollar wert! Das übersteigt leider mein Vorstellungsvermögen aber entsprechend aussehen tut der Kutter!
Wie uns die Tour ohne die Delfine gefallen hätte, lässt sich schlecht sagen. Vermutlich aber hätte man einfach das Blau, die Sonne und die „Skyline“ genossen. Für 12 Euro kann man jedenfalls nichts verkehrt machen.
Die Bootsfahrt in Bildern – zum Durchklicken:
Völlig geflasht und selig betreten wir wieder festen Boden… und müssen der Wahrheit ins Auge blicken: Uns bleiben nur noch wenige Stunden! Also ab in die City und etwas zu Essen suchen, denn es wird noch ein langer Heimweg, im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach langer Suche kehren wir in einem Restaurant ein, das wir unter normalen Umständen vielleicht nicht unbedingt gewählt hätten aber mit der Zeit im Nacken sieht das eben etwas anders aus. Es ist okay. Papa hat einen Burger, ich einen Salat mit Ziegenkäse, der an sich auch fantastisch schmeckt aber dermaßen in Öl getränkt ist, dass am Ende in der Salatschüssel so viel Öl übrig bleibt wie ich zu Hause auf drei Salate gekippt hätte, und ich bin nicht unbedingt sparsam mit Öl…
Auf die Linie 40 zurück Richtung Hotel müssten wir 20 Minuten warten. Außerdem ist gerade mächtig Stau auf der Avenida, sodass wir uns entscheiden, zu Fuß zu gehen, da sind wir schneller auf 800 Metern Strecke.
15 Uhr. Wir sitzen in der Lobby und gehen abwechselnd zu den Toiletten um uns umzuziehen. Frisch gekleidet und im Schatten sitzend, bearbeite ich ein letztes Mal Fotos, dieses Mal die Delfine…
16 Uhr. Wir sitzen im Taxi zum Flughafen und fahren schätzungsweise eine andere Strecke als vor sechs Tagen auf dem Hinweg. Die Playa de Huelin und die Playa de Sacaba fliegen an uns vorbei bevor wir zum Flughafen abbiegen… Taxi mit Meerblick! Seufz…
Aeropuerto de Malaga. Wir sind da. Der Check in Schalter ist schnell gefunden: Da wo die längste Schlange ist! Wir stellen uns an und ab hier lassen sich wieder die wundersamsten Erscheinungen beobachten…
Eine ältere Frau kommt von der Seite angeschlichen und versucht sich mit ihrem Gepäck unauffällig vorzudrängeln obwohl hinter uns in der Schlange bisher auch nur ein Pärchen steht. Also warum???
Kurz darauf in der Schlange bei den Sicherheitskontrollen die üblichen Video Calls von einzelnen jungen Männern mit ihren zu Hause schluchzenden Freundinnen(?)…
An den Gates steppt der Bär, der Flughafen ist ultravoll. Ein Typ hat sich als Frau verkleidet, es wirkt wie eine Junggesellenabschiedstruppe oder er löst eine verlorene Wette ein. Auf jeden Fall ist er sehr selbstbewusst und belustigt belästigt gerne andere Wartende, die seine Tanzkunststückchen aber tatsächlich mit Gelächter und Applaus honorieren, was ihn leider nur noch mehr anspornt.
Einer seiner Kumpels ist so abgebrüht, dass er einfach eine raucht…
Wir sitzen derweil an der Seite, ich trinke einen veganen Matcha Latte, und dann dauert es zum Glück auch nicht mehr lange bis unser Gate angezeigt wird. Daraufhin suche ich schnell nochmal ein Örtchen auf und mache die nächste unfreiwillige Beobachtung, dieses Mal meine Kabinennachbarin, der ich fassungslos hinterher blicke als ich mir gerade die Hände wasche, weil sie direkt vom WC kommend den Raum verlässt, ohne den Waschbecken auch nur einen Blick zu schenken…
Ich hätte noch mehr Beispiele parat aber lassen wir es gut sein. Menschen sind eine sehr besondere Spezies. Einigen wir uns hierauf.
Unsere Abflugzeit ist 18.35 Uhr. Ich glaube wir starten relativ pünktlich. Unsere gebuchten Comfort Seats haben heute doppelten Komfort, denn der Fensterplatz bleibt frei, also rutsche ich rüber und wir haben wirklich viel Platz.
Die gesamte erste Flugstunde habe ich beste Sicht auf Spanien, erkenne sogar Granada und die Sierra Nevada! Das ist „Landkarte“ gucken in live und ich liebe es! Eigentlich hatte ich schlafen wollen aber wie könnte ich?! Welchen besseren Abschluss könnte es für so eine tolle Reise geben, als das Zielland noch einmal ausgiebig von oben zu begucken!?
Und last but not least…
Die Altstadt von Malaga in Bildern – zum Durchklicken:




























