Prolog Lanzarote
Resturlaubstage im November sind eine undankbare Aufgabe. Was fängt man mit sechs Tagen Resturlaub an? Wo will man da hin, wenn das Wetter annehmbar aber der Flug für so ein paar Tage nicht allzu lang sein soll?
Vor einer solchen Aufgabe stehen wir aber nicht zum ersten Mal. Unsere „zweiten Flitterwochen“, wie wir sie nannten, verbrachten wir einst im November 2017 auf einem Kreuzfahrtschiff und mit diesem klapperten wir ein paar Kanarische Inseln ab. Und nicht zuletzt ging es erst vor elf Monaten, also im Dezember, für uns eine Woche nach Madeira. Und da uns der Orient und nordafrikanische Länder (beides warm aber einigermaßen kurzer Flug) eigentlich so überhaupt gar nicht reizen, war also relativ schnell ziemlich klar, dass es wieder in diese Richtung gehen würde… Kanaren oder eben Madeira, irgendwie…
Oder könnte man nicht vielleicht ein frühes Christmas Shopping in NYC in Erwägung ziehen?… Ich könnte das! Auf jeden Fall könnte ich das. Nach sage und schreibe acht Jahr mal wieder New York, das wäre wirklich langsam an der Zeit! Aber mein Mann ist da etwas more down to earth und hat mich freundlicherweise kurz daran erinnert, dass wir ja zwei Monate zuvor gerade erst aus Colorado zurückgekommen sind, was meinen Größenwahn dann etwas stoppte.
Okay bitte, dann von mir aus so was wie Lanzarote zum Beispiel! Hier war ich schon mal 2010 per Tagesausflug ab/bis Fuerteventura. Das war ein Schnelldurchlauf, die Highlights der Insel. Und 2017 mit der Mein Schiff verschlug es mich dann wieder nach Lanzarote. Wir machten in der Hauptstadt Arrecife fest und ich erkundete diese zu Fuß, hatte keinen Ausflug über die Insel gebucht. Ich merkte mir damals, dass ich mir einen Urlaub genau hier, in Arrecife, durchaus einmal vorstellen könnte, nahe Altstadt, nahe Strand, keine reine Touri-Zone sondern eine Gegend, in der es auch noch Einheimische gibt…
Doch wie es dann so ist… Die guten Vorsätze werden ja letzten Endes eher selten umgesetzt. So auch nun: Denn wir haben für diesen Urlaub (ja, ja, bewusst!) einen All inclusive-„Bunker“ an der Playa de los Pocillos gebucht… Eine der touristischsten Gegenden auf ganz Lanzarote! Nun denn!
Immerhin ist das Wort Bunker hier nur begrenzt einsetzbar, denn auf Lanzarote darf nicht höher als die höchste Palme gebaut werden. Es gibt keine wirklich hohen Gebäude, das Inselbild ist dadurch doch angenehmer als anderswo!
Eingeführt hat diese Regelung irgendwann mal César Manrique, um den man in keinem Fall herum kommt, wenn man sich mit Lanzarote (oder generell den Kanaren) befasst. Er war Künstler und Naturschützer und hat sich sehr für Lanzarote stark gemacht! Manrique wurde 1919 in Arrecife geboren und verstarb 1992 auch auf „seiner Insel“, die er maßgeblich geprägt hat und das merkt man heute noch: Auf Lanzarote findest du u.a. das César Manrique Haus & Museum, die César Manrique Stiftung und seit 2019 landet man mit dem Flugzeug auf dem César Manrique Flughafen! Um nur einige wenige Beispiele zu nennen…
Für uns unterliegt diese Reise aber in erster Linie einem ganz anderen Ziel: Der puren Erholung. Je näher das Reisedatum rückt, desto weniger will ich in diesem Urlaub auch nur ir-gend-et-was machen! Ich, die sonst unter keinen Umständen irgendetwas auf einer Reise verpassen möchte… würde jetzt auch mit Kusshand drei sterbenslangweilige Wochen Malediven nehmen und es aushalten, dort nichts zu tun außer zu schlafen, Vitamin D zu tanken, die Füße ins Wasser zu halten und ein paar Sonnengrüße am Tag zu machen. Das Bedürfnis nach genau all diesem ist enorm hoch… Schauen wir mal was eine einzige Woche Lanzarote da ausrichten kann…:


