Zurück zur gestrigen Ankunft in San Francisco
Dienstag, 01.03.16 – Der erste und erlebnisreichste Tag in San Francisco
06.15Uhr:
Der Wake Up Call der Rezeption reißt uns aus dem Schlaf. Gegen drei Uhr sind wir beide wach gewesen aber letztlich konnten wir dann noch gut weiter schlafen. Ich glaube wir haben keinen zu schlimmen Jetlag.
07.30Uhr:
Wir haben im Zimmerpreis Frühstück inkludiert und wollen es wagen. Und ehrlich gesagt bin ich relativ begeistert. Wir haben, ähnlich wie in New York letztes Jahr, die Wahl zwischen diversen süßen Teilchen, Cerealien, Obst, Toast, Bagel, diversen Aufstrichen, Säften und Kaffee. Alles gewohnt süß und ungesund und nicht-umweltfreundlich verpackt aber immerhin mehr als Kaffee und Orangen wie anderswo schon erlebt.
Anschließend begeben wir uns auf den 2km-Fußweg zum Alcatraz Landing Pier 33, wo wir ein Schiffchen besteigen wollen. Wir haben die Early Bird Tour nach Alcatraz bereits vor Wochen von zu Hause aus gebucht und sind gespannt was der Tag bringen mag. 2011 war ich bereits auf Alcatraz aber da Phil unbedingt auch einmal hin möchte und es mir damals auch schon sehr gefallen hatte, freue ich mich heute auch sehr auf die Tour.
08.45Uhr:
Abfahrt nach Alcatraz. Nach wenigen Minuten erreicht unser Boot die ehemalige Gefängnisinsel und wir haben wieder das wahnsinnigste Wetter, was du dir vorstellen kannst. Sonnenschein, Jacke aus, klare Sicht auf die Brücke, auf die Stadt, auf alles… Wir suchen sofort den Beginn der Audio Tour, erhalten unsere Guides auf Deutsch und genießen die rund einstündige Tour – Dank Early Bird mit verhältnismäßig wenigen Menschen auf der Insel. Ich finde es auch dieses Mal beeindruckend, stelle aber fest, dass im Vergleich zum letzten Mal, manche Orte ausgespart werden, da viele Bauarbeiten stattfinden. Neu hingegen ist eine Ausstellung von und über ehemalige Insassen, die auf großen Fotoleinwänden abgebildet sind, zusammen mit ihrer Geschichte, warum sie inhaftiert (gewesen) sind.
11Uhr:
Wir fahren zurück nach San Francisco.
Der Coit Tower ist vom Pier 33, wo wir anlanden, nur einen Kilometer entfernt, allerdings ist mir klar, dass wir sehr viele Stufen zu überwinden haben werden. Fix und fertig komme ich oben auf dem Telegraph Hill an (Treppen sind einfach nichts für mich…) – aber der Ausblick entschädigt für alle Strapazen! Und ganz bestimmt wird mich mein Schrittzähler heute Abend ordentlich belohnen!
Wir kaufen ein Ticket für 8USD pro Person, da ich dieses Mal endlich auch auf den Coit Tower hinauf möchte, was mir auf den vergangenen Reisen immer nicht vergönnt war… Wir fahren mit dem Fahrstuhl hoch und haben ein Wahnsinnspanorama. Wie gesagt: Das Wetter ist nicht zu toppen!
Nach dem Besuch des Towers machen wir uns wieder auf den Weg runter zum Embarcadero, der Küstenstraße, die sich an der Bucht und den Pier entlang zieht. Wir wollen zum etwas mehr als 1,5km entfernten Ferry Terminal Building, das heute kaum noch als ein solches genutzt wird. Vielmehr findet man hier eine Art Markt, es gibt u.a. Käse, Wurst, Olivenöl, Pilze und weitere Produkte an jeweils unterschiedlichen Ständen und zwischendurch Bistros und Restaurants, eigentlich total nett gemacht. Nur leider entscheiden wir uns für ein ganz mieses Restaurant. Wir wollen mexikanisch essen aber das Essen ist, zumindest für mich, ungenießbar. Abhilfe kann anschließend nur ein Smoothie und ein Bagel von der Kaffeekette meines Vertrauens schaffen…
Jetzt brauchen wir langsam mal Tickets für die Öffis. Wir möchten ein 3-Day-Ticket für Busse und Cable Cars haben. Ein Cable Car Schaffner verweist uns an den nahe gelegenen Walgreens [!keine Werbung!], wo ich auch gleich ein paar Reese´s Pieces [!keine Werbung!] kaufen kann, die ich mir gönne während wir mit unseren frisch erworbenen 3-Day-Tickets (31USD pro Person) auf das nächste Cable Car warten. Es ist jedoch so langsam Zeit für einen Break im Hotel: Ich muss andere Schuhe anziehen und mich insgesamt tendenziell etwas luftiger kleiden! Wir fahren also mit dem nächsten Cable Car erstmal nur die komplette California Street hoch und steigen an der Endstation, der Van Ness Avenue wieder aus. Hier fährt schließlich der uns schon bekannte Bus 49 bis zu unserem Hotel…
17.30Uhr:
Wir brechen wieder auf. Jetzt haben wir eine ganze Zeit auf der faulen Haut gelegen, da wird es Zeit für die Bus Night Tour. Startpunkt ist der 3km entfernte Union Square, den wir per Bus und vor allem per pedes erreichen. Ich mag den Union Square bzw. dessen Umgebung, mit seinen vielen Hotels und Shoppingmöglichkeiten, nicht besonders. Ja, es ist zentral in der Stadt, aber auch sehr touristisch, sehr international, sehr seelenlos und das Drogenschäft floriert scheinbar auch hervorragend.
18.30Uhr:
Die Tour beginnt großartig: Der Fahrer hat seine Ticketmaschine nicht dabei, deshalb dürfen wir so mitfahren. Er erwartet lediglich ein großzügiges Trinkgeld für sich und den Kommentator – das ist mal ein Wort! Die Fahrt führt zunächst zur Golden Gate Bridge – sehenswert (und) illuminiert ist unterwegs lediglich die City Hall, also das Rathaus, wirklich sehr beeindruckend. An einem Vista Point an der Golden Gate Bridge machen wir 10 Minuten Pause, die wir nutzen um vom offenen Oberdeck nach unten zu wechseln, da es wirklich zu kalt und windig dort oben ist.
Fatal!: Ich schlafe ein. Anderthalb von zwei Stunden Bus Tour schlafe ich. Da war ich bisher der Meinung, vom Jetlag verschont geblieben zu sein, da werde ich prompt eines besseren belehrt! Ich kann es einfach nicht ändern. Ich schlafe immer fünf bis zehn Minuten, bin fünf bis zehn Sekunden „wach“ und schlafe wieder fünf bis zehn Minuten – und immer so weiter. Wir fahren wohl auch über die Oakland Bay Bridge… Denn das nächste Mal aussteigen tue ich auf Treasure Island für einen Blick auf die beleuchtete Skyline San Franciscos (ich werde mich später kaum daran erinnern…). Auch die frische Luft hier hilft mir nicht. Fehlplanung unsererseits! Notiz an mich: Keine nächtlichen Ausflüge oder Aktivitäten zu Beginn einer Fernreise, wenn man sich noch nicht an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt hat!
20.30Uhr:
Am Union Square wieder angekommen, besteigen wir das nächstmögliche Cable Car Richtung Hotel. Ich bin sogar zu müde zum Abendessen. An der berühmten kurvenreichen Lombard Street steigen wir aus, von dort erreichen wir steil bergab gehend unser Hotel zu Fuß.
21.30Uhr:
Endlich schlafen!
Möglicherweise erklärt die Bilanz meines Schrittzählers, warum ich, abgesehen vom Jetlag, heute reichlich erschöpft bin: 14km! Ich halte dieses Ergebnis definitiv für realistisch.
Der komplette San Francisco-Aufenthalt in Bildern – zum Durchklicken:
Morgen machen wir eine Bike Tour !



