Zurück zum Pferderennen in Hongkong.
12.12.2016 Montag in Macau
Heute klingelt der Wecker mal ein Stündchen eher!! Der vor uns liegende Weg kostet Zeit, die wir nicht verschwenden wollen.
Auf dem Plan steht eine weitere chinesische Sonderverwaltungszone, die da heißt Macau, bzw. im chinesischen in der Schreibweise Macao.
Erreichbar mit dem Cotai Water Jet [!KEINE WERBUNG!] oder dem Turbo Jet [!KEINE WERBUNG!]. Meines Wissens unterscheiden sie sich nur durch die Farbe. Die Cotai Jets sind blau und die Turbo Jets rot. Fahrzeit bei beiden knapp über eine Stunde, Preise schätzungsweise ähnlich. Schauen wir also mal.
Premiere
Heute wollen wir Taxi fahren bis zum China Ferry Terminal.
Die Jets starten sowohl von Kowloon als auch von Hong Kong Island aus, aber ersterer Hafen ist für uns natürlich näher dran: Das China Ferry Terminal eben.
Theoretisch hätten wir auch mit dem Hotel Shuttle zum Peninsula fahren und dann zum Ferry Terminal laufen können aber der Fußweg hätte uns mit Sicherheit 20 Min und mehr gekostet bzw. hätten wir unser Ziel unter Garantie nie gefunden, da es nicht ausgeschildert ist und der Zugang über eine Shopping Mall erfolgt!
Die paar Kilometer kosten umgerechnet vielleicht 7€ im Taxi und wir landen auch ganz sicher, wo wir hinwollen!
Auch in der Mall fehlt die Beschilderung aber wir finden die Ticketschalter im 1. OG und unterziehen uns der Passkontrolle.
Unterwegs nach Macau
09.35Uhr: Start des Turbo Jets, den ich als eine Art Schnellfähre, nur optisch schnittiger, bezeichnen würde. Davon fahren mehrere im Halbstundentakt jeweils in beide Richtungen und das Angebot wird rege genutzt.
Die Wartezeit hatte ich mit Zwieback überbrückt, da ich mir nicht sicher gewesen war ob ich mit leerem oder vollem Magen meinem Schicksal entgegen treten sollte, aber – was soll ich sagen? Nach den ersten extrem schaukeligen Minuten, die meine Augen den Horizont fixiert hatten, bin ich eingeschlafen!
Pünktlich zur Ankunft bin ich mehr oder weniger ausgeschlafen und wir starten in die nächste chinesische Großstadt! Am Info Point decken wir uns mit Kartenmaterial ein, danach gilt es diverse Tourenanbieter und Rikschafahrer abzuwimmeln und sich zu entscheiden wie wir unseren Weg fortsetzen.
Der Weg in die Stadt
Mit dem Linienbusverkehr kennen wir uns nicht aus. Der Rikscha Opa verlangt umgerechnet 30€ für die etwas über 2km zu unserem ersten Anlaufpunkt, dem Guia Lighthouse, jedenfalls verstehen wir das so. Die privat buchbaren klimatisierten Wagen inkl. Fahrer wollen wir schlichtweg nicht. Und Taxen sind nicht in Sicht. Bleiben wir also bei unserem ursprünglichen Plan, zu Fuß zu gehen.
Ob es dann wirklich nur etwas über zwei Kilometer sind, das weiß ich nicht aber der erste Eindruck, auf diesem Weg, ist nicht unbedingt der Beste!
Die Stadt ist wohl ne ganze Ecke asiatischer als Hong Kong. Im Sinne von ältlich, dreckig, (be)fremdlich. Es soll nicht schlimmer klingen als es ist, aber die Wow-Effekte aus Hong Kong bleiben definitiv erst einmal aus!
Außerdem ist es hier mit den Fußwegen schlimmer noch als in Hong Kong. Falls sie denn existieren, dann ist es schwer, die Straßenseite zu wechseln, wenn man Glück hat, gibt es mal eine Überführung aber selbstverständlich ist das nicht!
Dann aber haben wir Glück und erreichen via diverse Fahrstühle den Guia Hill und finden den Leuchtturm, den wir von unten schon erblickt hatten, ausgeschildert.
Wir folgen der Beschilderung, bis sie endet, kommen aber beim Leuchtturm nie an… Wir sind einmal im Kreis um eine graue Mauer gelaufen, fühlten uns auch auf dem Gipfel angelangt aber kein Leuchtturm mehr weit und breit! Das geht wirklich gut los! Bergauf, bei weiß ich wie viel Grad Celsius und 78% Luftfeuchtigkeit, und plötzlich kein Leuchtturm mehr in Sicht! Die Portugiesen hatten ihn 1637 zum Schutz gegen die Holländer mit typisch portugiesischer Kapelle und Wachtürmen errichtet. Das hätten wir uns schon gerne angeschaut!
Das schreit nach einer kurzen Schattenpause auf einer Bank…
Auf der Suche nach dem Monte Fort
Nachdem wir nun eine geschlagene Stunde mit dem Nicht-Leuchtturm verplempert haben, hoffen wir, dass uns die Festung, also das Monte Fort, wie der Name schon vermuten lässt, ebenfalls auf einem Berg gelegen, nicht so enttäuscht.
Wir müssen allerdings feststellen, dass nicht nur die Straßen schwer zu begehen oder überqueren sind, sondern, dass es hier, ganz wie in Lissabon, auch viel steil bergauf und -ab geht, plus, dass unsere Stadtkarte wirklich unglaublich schlecht bzw. meist gar nicht mit Straßennamen beschriftet ist. Ach ja und die Beschilderung in dieser Stadt könnte auch noch deutlich ausgebaut werden!
Bisher also keine große Begeisterung, allerdings finden wir immerhin auch unter den genannten Umständen, den Weg zum Fort recht gut.
Die Festung von 1616 wird als eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt bezweichnet, was natürlich ernste Hoffnungen weckt. Die Jesuiten erbauten sie auf einem Berg zur selben Zeit wie die daneben befindliche St. Paul´s Kathedrale, aber dazu später mehr.
Schattenpäuschen
Wie soll ich sagen? Der Eintritt ist frei aber mehr gibt es nicht positives zu sagen. Man kann einmal umher spazieren, auf die absolut nicht schöne Stadt herunter blicken und sich in die Sonne oder den Schatten setzen und eine kleine Rast einlegen……….
St. Paul´s Ruins
Das Wahrzeichen von Macau befindet sich direkt unterhalb der Festung und besteht aus einer Fassade einer ehemaligen Kathedrale. Diese Fassade sieht zwar beeindruckend aus und lässt die Ausmaße der Kathedrale erahnen aber warum sie vor elf Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe wurde, erschließt sich mir nicht.
Die Treppe vor den Ruinen ist übervoll mit Touristen – endlich mal – bisher haben wir uns hier ziemlich allein gefühlt. Allerdings ist es unsagbar heiß und der Starbucks [!KEINE WERBUNG!] am Fuße der Treppe kommt wie gerufen. Lange kein Päuschen eingelegt……. 🙂
Kakao in Macao
Hier gefällt es uns. Der Starbucks ist zwar heillos überfüllt aber wir ergattern ein Tischchen in der Ecke und gönnen uns Kakao, Kaffee, Muffin und Cheesecake.
Largo do Senado Square
Ein paar Gehminuten später erreichen wir den Largo do Senado Square, den Hauptplatz der Stadt, mitten im Zentrum der Stadt. Auch hier hatte ich persönlich so viel mehr erwartet aber ich hatte mir auch insgesamt alles viel portugiesischer vorgestellt! Vielleicht auch kolonialer? Hübscher? Bisher haut mich nichts so richtig vom Sockel.
Macau Tower [!KEINE WERBUNG!]
Unser letzter Versuch ist der 338m hohe Fernsehturm an der Südspitze von Macau. Er wurde vor genau sieben Jahren eröffnet und schmückt sich mit dem höchsten Bungee Jump der Welt!
15Uhr: Für umgerechnet nicht mal 20€ pro Person können wir auf den Turm hoch fahren und um es vorweg zu nehmen: Das hat sich wirklich gelohnt!
Wir waren oben meine ersten Worte? „Von oben sieht doch jede Stadt schön aus!“. Das klingt ein bisschen zu gemein, ist aber auch ein bisschen wahr.
Wir verbringen hier jedenfalls fast zwei Stunden. Es gibt zwei Aussichtsplattformen in unterschiedlicher Höhe, die wir beide besuchen. Da es nicht sehr voll ist, macht es wirklich Spaß umherzuwandeln, auf Macau zu blicken, Platz zu nehmen, Kaffee zu trinken, den Bungee Springern zuzusehen, …
Norden und Süden von Macau
Macau besteht übrigens genau genommen aus zwei Inseln. Sie sind durch lange Brücken verbunden. Im Norden liegt die Insel Macau an sich und im Süden die Insel Taipa, zu Macau dazu gehörig.
Die Nordinsel besteht sozusagen aus der „Altstadt“, wenn man sie so nennen will, und den „Sehenswürdigkeiten“ sowie einigen Luxushotels und -casinos. Die Südinsel beherbergt noch mehr Luxushotels und -casinos, ist quasi das Las Vegas des Ostens. Dort befindet sich auch das Hard Rock Café [!KEINE WERBUNG!], das also für uns heute leider zu weit weg ist, sowie der Flughafen.
Glückslauf zum Ferry Terminal
An den Macau Tower grenzt ein sehr hochpreisiges Shoppingcenter mit Casino. Letzteres durchstreifen wir kurz – beim Rausgehen versucht man uns wieder rein zu locken, die Verpflegung ist allen Ernstes komplett kostenfrei! Das habe ich nicht mal aus Vegas so in Erinnerung! Oftmals günstig, ja – aber frei?? Höchstens doch die Getränke, oder?
Da ich den „tollen“ Stadtplan auf der Toilette verloren habe, müssen wir auf Gut Glück zum Ferry Terminal laufen. Hätte ich im Vorhinein gewusst, dass das fünf Kilometer Fußmarsch werden, hätte ich mich sicher geweigert!
Aber wir kommen an und das nur per Gefühl, so Pi mal Auge in die grobe Richtung, viel am Wasser entlang, am Grand Lisboa Hotel & Casino, dem Wynn, dem MGM [alle !KEINE WERBUNG!] und wie sie alle heißen, vorbei. Gucci, Armani, Prada [alle !KEINE WERBUNG!] und Co. in unmittelbarer Nähe – aber das kennen wir schon aus Kowloon.
Als wir heute im Hotel ankomen haben wir übrigens über 18km auf dem Tacho bzw. dem Schrittzähler!
Aber so weit sind wir ja noch gar nicht.
Der Tag in Bildern – zum Durchklicken:
Rückfahrt
Der Ticketschalter von Turbo Jet ist schnell gefunden, um 18.35Uhr ist Abfahrt und es schaukelt wirklich fast gar nicht, mir wird null schlecht, ein absolutes Erfolgserlebnis!
Rund anderthalb Stunden später sind wir schon bei Esprit [!KEINE WERBUNG!] einkaufen gewesen und befinden uns im Star House [!KEINE WERBUNG!] in Südkowloon, gegenüber vom Star Ferry Anleger auf Futtersuche.
Spaghetti House [!KEINE WERBUNG!]
Hoffentlich wird das keine Wiederholung vom Spaghetti 360° [!KEINE WERBUNG!] auf dem Victoria Peak.
Wir bestellen Garlic Bread, Pommes mit Bolognese und Angel Hair Pasta mit Paprika, Pilzen und getrockneten Tomaten. Das ist also unser erstes richtiges großes Essen in Hong Kong!
Es schmeckt super. Ich möchte noch keinen Vergleich zur Cheesecake Factory [!KEINE WERBUNG!] in den USA aufstellen aber auf einer Skala von 1 bis 10, mit 10 als Bestes, kann ich ruhigen Gewissens mindestens eine 8 vergeben. Lediglich das Brot hätte knuspriger und härter sein können.
21.45Uhr: Zeit für den Heimweg
Nach dem Essen schlendern wir hinüber zum Peninsula und machen endlich auch mal ein Bild vom „Besten Haus am Platze“, denn der nächste Shuttle fährt erst um halb elf. So spät waren wir abends noch nicht unterwegs! Aber es fühlt sich gar nicht so spät an.
Bis ich dann aber letztlich an Schlaf denke, ist es schon längst zwei Uhr durch! Die Zeitverschiebung halt…
Kommt mit! Es geht weiter mit Lantau und Hongkong Island!





